17. Woche 21.11.-27.11. Tulum, Bacalar & Mérida

Montag 21.11.: Zum Paradies-Strand

Der Tag begann damit, dass wir uns in Richtung Hauptstraße auf den Weg machten, um einen Roller für die nächsten Tage zu finden. Wir wollten einen fahrbaren Untersatz haben, da die Orte, die wir besuchen wollten, weit von unserer Unterkunft entfernt lagen und wir keine zwei Stunden zu einem Ausflugsziel laufen wollten. Also gingen wir die Hauptstraße entlang und sahen uns verschiedene Verleih-Geschäfte an. Wir holten uns Angebote ein und urteilten jeweils auch etwas mit dem Bauchgefühl, ob die Leute einen seriösen Eindruck machten oder nicht. Bevor wir uns entschieden, mussten wir erstmal unseren Hunger stillen. Zum Frühstück, beziehungsweise inzwischen fast Mittag, gab es äußerst leckere Burritos. Im Anschluss liefen wir zu dem Geschäft, für das wir uns entschieden hatten, um den Deal abzuschließen. Nachdem wir mit dem Papierkram fast durch waren, hieß es plötzlich, dass wir unsere Reisepässe als Kaution dort lassen müssten. Wir hatten stets unsere Erfahrungen aus Bali im Kopf, wo wir beim Roller-Verleih gerade so unseren Personalausweis zurückbekommen hatten, ehe wir mit der Fähre die eine Insel verließen. So etwas wollten wir nicht nochmal riskieren. Dementsprechend diskutierten wir noch etwas mit der Verkäuferin, ehe wir ohne abgeschlossenen Deal den Laden verließen. Unsere Reisepässe hinterlassen wir definitiv nirgendwo. Dafür sind diese zu essenziell für uns. Also auf zum nächsten Roller-Geschäft. Hier klappte der Verleih mit einer Kaution in Höhe von umgerechnet 200 € und somit ohne die Verwendung eines unserer Pässe. Wir setzten unsere Helme auf, stiegen auf den Roller und fuhren los. Keine Hundert Meter gefahren, merkten wir schon, dass dieser Roller weder wirklich voll befüllt war, noch, dass der Tacho funktionierte. Also drehten wir nochmal um und reklamierten die Makel. Wir bekamen einen neuen Roller.

Ab auf die Piste, und in den mexikanischen Verkehr. Ein Abenteuer für sich. Wir fuhren knapp 25 Minuten, ehe wir an unserem Ziel ankamen. Dem Eingang zu einem der berühmtesten Strände von Tulum. Dem sogenannten Paradies-Strand. Wir stellten den Roller ab und liefen zunächst den Strand entlang. Der Strand ist definitiv, alleine durch den weißen Sand, wunderschön, aber ehrlicherweise selbst jetzt, wo noch keine Hochsaison ist, ziemlich überlaufen. Wirklich gemütlich war es nicht. Wir hatten unsere Schnorchelausrüstung eingepackt und wollten zum vorgelagerten Riff schwimmen und dort schnorcheln. Doch als wir den Versuch wagten dorthin zu schwimmen, wurden wir relativ schnell von aggressiven und unfreundlichen Bootsführern penetrant zurück zum Ufer geschickt. Diese Boote, die dort lagen und fuhren, boten Touren an. Erst ging es zu den Ruinen einer Maya-Stätte, die man mit den Booten vom Wasser aus sehen konnte, ehe die Boote die Urlauber zu dem vorgelagerten Riff fuhren. Dort durfte dann kurz geschnorchelt werden, dann ging es zurück zum Ufer und die Urlauber wurden ausgetauscht. Wir wollten ohne so eine Tour, einfach entspannt für uns, schnorcheln, doch wurden penetrant davon abgehalten in dem die Boote einfach so nah an uns heran fuhren, dass wir wirklich ein wenig Angst hatten. Unsere Laune war dann erstmal etwas im Keller. Das Highlight war dann, dass Hendrik bei dem wenigen Schnorcheln, dass wir dort zuvor getätigt hatten, eine brandneue Tauchermaske am Boden liegen sah. Somit haben wir jetzt eine weitere Brille in unserem Arsenal.

Wir tauften die aufdringlichen Schnorcheltouren-Guides, mit deren Bootsführern und Personal, welches einfach unfreundlich und schmierig war als „Schnorchel-Mafia“, die die Bucht kontrollieren und sobald jemand mit Tauchermaske zu weit hinausschwimmt, auf diesen mit dem Boot zufahren und dazu zwingen umzudrehen. Tatsächlich haben wir die Situation mehrmals auch bei anderen Urlauber:innen beobachtet von unterschiedlichsten Booten. Wir verbrachten den Tag am Strand und gingen bevor die Sonne unterging zurück zum Roller. Beim größeren Supermarkt wurden dann erstmal die Zutaten für das Abendessen, sowie das Frühstück der kommenden Tage gekauft. Der Rückweg zum Hotel war dann nochmal abenteuerlich. Die Straße war voller riesiger Schlaglöcher, und durch den Regen der vergangenen Tage war es komplett matschig und wir hatten Sorge, mit dem Roller in einer der Pfützen einfach wegzurutschen. Zwar meisterten wir die Strecke, doch unsere Füße und Beine waren komplett dreckig von dem Schlamm-Wasser, durch das wir fahren mussten. Bevor wir uns um das Essen kochen kümmerten, ging es noch in den Fitnessraum der Anlage, um etwas Sport zu betreiben.

Dienstag 22.11.:  Ausflug zur Cenote

Der Tag begann relativ schleppend. Draußen war es ziemlich heiß. Irgendwie kamen wir nicht so richtig in den Trott. Aber irgendwie passt es auch zu unserem Tulum-Erlebnis. Wir waren schließlich abfahrbereit. Also ging es runter zum Roller. Helme auf, Gepäck verstauen, Roller starten und los. Leider klappte der Punkt mit dem Roller starten nicht so wie geplant. Na super… Was für ein Mist. Genau so hatten wir uns das doch vorgestellt. Wir probierten es noch etwas, doch dann mussten wir resignieren und riefen bei der Roller-Vermietung an. Zehn Minuten später war ein Mechaniker vor Ort. Doch unsere Laune war mal wieder im Keller. Uns wurde der Roller als Ersatz gegeben, mit dem der Mechaniker angefahren kam und wir konnten losfahren. Wenigstens hatten wir wieder einen vollen Tank. Allerdings funktioniert auch bei diesem Roller der Tacho nicht und er hört sich auch nicht ganz optimal an. Egal, Hauptsache, er fährt.

Es ging wieder in den Trubel des mexikanischen Verkehrs. Ein Abenteuer für sich. Ungefähr vierzig Minuten später erreichten wir unser Ziel. Eine der vielen Cenoten, die es in der Region von Tulum gibt. Cenoten haben ganz unterschiedliche Erscheinungsformen. Sie alle waren (oder sind noch) Höhlen, welche mit Süßwasser gefüllt sind und deren Decke irgendwann eingestürzt ist. Sie können offen sein, halb geschlossen oder geschlossen. Offene Cenoten sehen von außen einfach aus wie ein kleiner See oder Teich, halb offene oder geschlossene Cenoten sind noch von Felsen bedeckt oder befinden sich komplett in der Höhle. Zu unserer Begeisterung hatten sich die Preise seit der letzten Meldung bei Google wieder erhöht. Ganze 300 Pesos (umgerechnet ca. 15 €) kostet der Spaß nun pro Person. Wer Fotos machen möchte oder eine Unterwasser-Kamera nutzen möchte, darf weitere 150 Pesos blechen. Super, das Touri-Melken geht weiter. Die 150 Pesos wollten wir logischerweise freiwillig nicht zahlen und legten es darauf an, dass man uns erwischt und dann zu den Kosten verdonnert.

Wir zahlten den Eintrittspreis, zogen uns um, duschten uns ab und spazierten zum anderen Ende der Cenote, die etwas ruhiger und ohne Personal schien. Wir stiegen ins kühle, blaue Nass. Wir zogen unsere Tauchermasken über das Gesicht, nahmen den Schnorchel in den Mund und waren bereit für die Unterwasserwelt. Während wir am Anfang recht enttäuscht waren, weil wir erstmal kaum etwas sahen, erspähte man dann nach und nach immer wieder kleinere und ab und zu sogar etwas größere Fische.

Das Highlight waren aber definitiv die Wasserschildkröten, die man immer mal wieder entdeckte. Diese schwammen am Rand der Cenote durch das Wasser und durch die dortige Pflanzenwelt. Wir verbrachten gut zwei Stunden in der Cenote und erfreuten uns der spärlichen, aber doch vorhandenen Tierwelt. Für das eigentliche Highlight, die 3 km langen Unterwasser-Höhlengänge müssten wir erst noch unsere Tauchfähigkeiten verbessern und den dafür benötigten Höhlentauchschein machen. Das Besondere an den Höhlen, man hat dort einige Tausend Jahre alte Lagerfeuer Spuren entdeckt, die von Bewohnern der Region stammten, die die Höhlen bewohnten, als sie noch nicht unter Wasser waren.

Alles in allem müssen wir sagen, dass es dort zwar cool ist, aber vom Preis-Leistungs-Verhältnis überhaupt nicht angemessen. 15 € pro Person fanden wir schon ein wenig übertrieben. Vor allem wenn wir an all die hübschen Seen bei uns zu Hause denken, die nicht sehr viel anders aussehen als diese Cenote, aber dafür kostenlos. Anders mag es sein, wenn man wirklich in das Höhlensystem der Cenoten abtauchen will. Dann bezahlt man jedoch nochmal etwas drauf. Insbesondere, dass man dann für Fotos und ähnliches extra zahlen muss, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack und lässt einen das Erlebnis etwas schlechter empfinden. Zum Glück wurden wir für unsere Kamera nicht zur Kasse gebeten, beziehungsweise nicht erwischt.
Im Anschluss stiegen wir wieder auf den Roller, dieser ging zum Glück auf wieder an, und wir fuhren die Hauptstraße zurück in Richtung Tulum. Dort ging es dann nochmal in einen Einkaufsladen und wir kochten uns im Anschluss ein leckeres Abendessen in der Unterkunft.

Mittwoch 23.11.: Maya-Stätte und Strand

Nach dem Ausschlafen wurde erstmal gemütlich gefrühstückt. Es gab leckere Ei-Bacon-Frischkäse Frühstücks-Wraps. Im Anschluss machten wir uns langsam und sicher für den Tag bereit. Wir packten unseren Tagesrucksack und gingen schließlich zu unserem Roller. Heute sprang dieser dann auch direkt an. Das klappt ja schonmal besser als am Vortag. Unser erstes Ziel waren die Ruinen von Tulum. Wir fuhren zur Hauptstraße und mussten dieser dann nur für einige Kilometer folgen. Da wir mit dem Roller unterwegs waren, mussten wir keine Parkgebühren bezahlen. Das erfreute uns schonmal sehr. Wir stellten den Roller ab und schlenderten in Richtung der Ruinen. Es war heiß, mancherorts sogar etwas schwül, es wehte kein Lüftchen und die Sonne prasselte erbarmungslos auf uns ein. Wir schwitzten am ganzen Körper. Der Eintritt belief sich auch nur auf 170 Pesos, also umgerechnet 9 Euro für uns beide zusammen. Wir liefen den Pfad entlang zum Eingang der Ruinen und wurden direkt auf Tiere aufmerksam. Es handelte sich um Nasenbären, die durch das umliegende Gebüsch streiften. Wieder eine neue Tierart, die wir so vorher noch nie in freier Wildbahn gesehen haben.

Im Anschluss ging es durch eine Öffnung in der Stadtmauer zur archäologischen Ruinenstätte. Wir waren tatsächlich relativ schnell, ziemlich begeistert von dem, was wir entdeckten und sahen. Besonders begeisterten uns die verschiedenen Leguane, die in allen Größen auf den Ruinen lagen und sich dort ordentlich sonnten.

Aber auch die Ruinen selber waren wirklich schön anzusehen. Wir streiften einige Zeit durch die Maya-Stätte, eine der wenigen, gut erhaltenen Maya-Stätten, die direkt am Meer liegt. Der Palast ist direkt in Klippen-Nähe gebaut und man hat von dort einen fantastischen Ausblick auf das Meer. Der Himmel war wundervoll blau, ohne viele Wolken und ließen die Maya Ruinen in einem tollen Licht dastehen. Uns gefielen auch die vielen Palmen, die wenigstens etwas Schatten spendeten. So hatten wir uns schon eher wieder Yucatan vorgestellt, vor allem auch von den Preisen her. Den Ausflug empfanden wir als äußerst schön und vom Preis angemessen, ohne unnötige Abzocke.

Nachdem uns der Strandbesuch zwei Tage zuvor nicht so ganz überzeugt hat, wollten wir heute zu einem versteckteren Strand fahren. Von den Ruinen war es ein Fahrtweg von mindestens einer Stunde mit dem Roller. Da wir schön nassgeschwitzt waren, entschieden wir uns, vorher noch einen Abstecher zum nahegelegenen Strand bei den Ruinen zu begeben. Ein langer Weg, der zumindest im Schatten lag, führte uns zum Strand. Es war der gleiche Strand wie am Vortag, nur waren wir diesmal beim Eingang auf der anderen Seite vom Vortag und etwas hinter den Booten der „Schnorchel-Mafia“. Zunächst gönnten wir uns eine richtig schön kühle Cola. Nach der Erfrischung richteten wir uns am ruhigen Rand des Strandes ein. Erstmal ging es ins angenehm warme, aber doch erfrischende Nass. Während Annelie sich am Strand um die Bräune kümmerte und die Sachen bewachte, ging Hendrik auf Erkundungstour. Das Ziel der Erkundungstour war in Richtung der Maya-Ruinen zu schwimmen und die Maya-Stätte vom Wasser aus zu bewundern.

Da die Schnorchel-Mafia mit ihren Booten auch immer die Maya-Stätte vom Wasser anläuft, ehe die Boote zum Schnorchel-Ort weiterfahren, blieb abzuwarten, ob Hendrik es wirklich bis dorthin schafft. Sehr nah an der Küste entlang schwamm Hendrik bis er die Ruinen von der Wasserseite aus erreichte. Er schaffte es, ohne vorher weggeschickt zu werden. Mit der GoPro bewaffnet schaffte er es so ein paar tolle Fotos zu schießen.

Die Klippen mit den Ruinen waren durchaus sehr schön zu sehen. Auch wenn die Sicht auf die Ruinen und der generelle Anblick von oben beeindruckender war, war es schön, die Stätte vom Meer aus zu sehen. Da es uns dort an dem Strandabschnitt recht gut gefiel, blieben wir noch bis halb sechs dort, ehe wir uns auf den Rückweg zu unserem Roller machten. Wir hatten ins zwischendurch gegen eine Weiterfahrt zu dem geheimen Strand entschieden, da wir dann zu wenig Zeit dort hätten. Zurück in unserer Unterkunft war es dann auch schon fast dunkel. Da es auch heute nicht geregnet hat, war die Straße zum Hotel allmählich etwas angenehmer zu fahren. Im Zimmer wurden dann noch die Nudeln vom Vortag in der Pfanne gebraten und wir machten uns einen gemütlichen Abend.

Donnerstag 24.11.: Auf nach Bacalar

Am Donnerstagmorgen packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum Busbahnhof. Da wir unseren Scooter extra bis zum Donnerstag gemietet hatten, konnten wir uns ein Taxi oder lange, anstrengende Laufwege sparen. Ladungssicherheitstechnisch war die Fahrt wohl eher einer Katastrophe und auch der Scooter erreichte bald seine Kraftgrenze, bis zum Busbahnhof haben wir es aber geschafft. Die Tickets für den Bus nach Bacalar haben wir direkt vor Ort am Schalter gekauft, da die Busse recht regelmäßig abfahren und es genügend freie Plätze auf der Strecke gibt. Wir waren dann doch ganz froh Tulum zu verlassen. Mit Tulum waren wir nicht wirklich warm geworden. Nachdem Tulum vor einigen Jahren noch ein süßes, hübsches Urlaubsparadies war, ist es nun vom Massentourismus gezeichnet. Die Menschen sind entsprechend unfreundlich und generell gefiel uns die Grundstimmung dort nicht. Der „Kern“ Tulums bestand aus kleinen süßen Geschäften, die allerdings an einer drei- bis vierspurigen Hauptstraße lagen und dadurch eher etwas fehl am Platz wirkten. Zudem waren durch den Massentourismus sämtliche Preise in den vergangenen Jahren orbitant in die Höhe geschossen. Ehrlicherweise, auch wenn die Natur oft (noch) sehr schön ist, würden wir Tulum nicht weiterempfehlen. Es ist die erste Stadt in Mexico, die uns bisher wirklich gar nicht gefallen hat. Hier stimmen die Berichte der letzten Monate, die von einem Besuch abraten. Manchmal muss man aber auch die negativen Orte mitmachen, und wenn es nur ist, um selber sagen zu können, dass es tatsächlich so doof ist, wie alle sagen.

Die Fahrt nach Bacalar war sehr angenehm und ging zügig vorbei. Schon beim Ausstieg aus dem Bus merkten wir, dass es in Bacalar tatsächlich ein wenig anders zugeht als in Tulum. Einen Busbahnhof gibt es nicht, der Bus hält einfach an der Straße. Das Taxi kostete zur Unterkunft kostete 2,50 € und nicht 10 € wie in Tulum (ähnliche Strecke). Die Häuser sind einfach, die Straßen sind klein und die Rezeptionistin in unserem Hotel war freundlich und gab sich große Mühe beim Check-In. Wir merkten schnell, dass wir uns hier wohl ein wenig willkommener und wohler fühlen würden, als in Tulum. Wir hielten uns nicht lang auf unserem Zimmer auf, da dieses auch recht unspektakulär war, sondern machten uns auf in die Stadt.

Hier herrschte eine unglaublich schwüle Hitze, die uns ziemlich zu schaffen machte. So hielten wir den Stadtgang relativ kurz. Zu sehen gibt es hier aber auch nicht so viel. Das Stadtzentrum bildet ein altes Fort, um welches herum hübsche Restaurants zum Verweilen einladen. Auf Grund der Hitze entschieden wir uns, dass es Zeit war das Wasser zu erkunden, was hier leider nicht so einfach ist. Die Zugänge zur Lagune, für welche Bacalar berühmt ist, sind größtenteils privatisiert. Das bedeutet, dass es sich für Touristen durchaus lohnt nach Unterkünften am Wasser zu suchen. Wer keine eigene Unterkunft mit Wasserzugang hat, so wie wir, muss die Zugänge von Restaurants, Strandbars oder städtischen „Freibädern“ benutzen.

Wir nutzen den Steg eines Restaurants. Über einen kleinen Parkplatz und einen kleinen Pfad am Restaurant vorbei kamen wir auf einen schönen Holzsteg an dessen Ende eine kleine Hütte stand. Auf Schaukeln und Hängematten kann man hier das badewannenwarme, türkise Wasser der Lagune genießen. Zur Feier des Tages bestellten wir uns dann doch noch ein paar Cocktails im Restaurant und genossen die entspannte Stimmung. Zum Abend präsentierte sich die Lagune nochmal von ihrer schönsten Seite. Die Wolken strahlten in den verschiedensten Orangetönen und die Abendsonne tauchte die Lagune in ein gemütliches, warmes Licht. Als die Sonne verschwunden war, war es Zeit fürs Abendessen und fürs Bett.

Freitag 25.11.: Ab aufs Wasser

Unser Tag startete heute mit einem späten Frühstück. Der Plan war es, die Lagune mit dem Kajak zu erkunden. Wir liehen uns ein Kajak für 25€/Tag aus und stachen in See. Leider war unser Bötchen nicht ganz für Hendriks Körpergröße und unser beider Gewicht gebaut, weshalb das Fahren im Boot nicht ganz einfach und sehr anstrengend war. Am Tag zuvor hatten wir uns immer wieder gewundert, warum die Leute ihr Kajak vom Wasser aus ziehen anstatt zu paddeln. Heute haben wir es dann verstanden. Unser erstes Ziel war eine Cenote am Rand der Lagune. Vom Boot aus ist lediglich wahrnehmbar, dass sich das Wasser von hellblau zu dunkelblau färbt. Unter Wasser fällt der Boden jedoch von 1 m auf 40 m ab. Hendrik versuchte sein Schnorchelglück, konnte aber leider keine spannenden Entdeckungen machen. Außerdem machten die Ausflugsboote, welche in die Lagune kamen, das Schwimmen nicht ganz einfach. Hier hatten wir ein kurzes Tulum-Flashback. Also entschieden wir uns recht schnell dazu weiterzupaddeln bzw. zu schwimmen. Trotzdem war der Anblick des plötzlich abfallenden, nahezu kreisförmigen Lochs in der Unterwasseransicht durchaus beeindruckend. Wenn man die ganze Zeit stehen kann, ehe sich plötzlich ein tiefblaues Nichts vor einem auftut, ist das fast schon etwas gruselig.

Immer am Ufer entlang plätscherten wir über die Wellen. Mittlerweile war alles an uns, und in unserem Boot nass. Durch die heiße Sonne machte uns das aber überhaupt nichts aus. Vorbei ging es an einer kleinen Insel bis zur nächsten Cenote, welche aber noch unspannender war als die davor. Dafür konnten wir im seichten Wasser wunderbar baden und genossen die sehr hübsche Natur. Mittlerweile fungierte Hendrik als Heckantrieb und versuchte per Flossenschlag unser kleines Bötchen voranzubringen. In Kombination mit Annelies Front-paddel-antrieb kamen wir auch gut voran. Nur war das so anstrengend, dass so langsam der Neid auf die anderen motorisierten Boote und Segler stieg. Warum genau hatten wir nochmal ein Kajak nehmen wollen? Irgendwann, nach gefühlt einer Ewigkeit, hatten wir es dann auch bis zu unserem letzten Stopp geschafft. Ein Kanal verbindet die Mariscal Lagune mit der Bacalar Lagune. Tatsächlich war dieser Kanal vor vielen hundert Jahren von wirtschaftlich so großer Bedeutung, dass berühmte Piraten wie Francis Drake hier ihr Unwesen trieben. Heute ist es ein sehr beliebtes Ausflugsziel und wir wären auch gern länger geblieben. Doch leider war es schon recht spät und wir mussten unser Kajak zurückbringen. Also ging es noch einmal auf die andere Uferseite zur Verleihstation, diesmal endlich mit der Strömung. Wir feierten unsere erfolgreiche Lagunenerkundung mit einer kalten Cola und ruhten uns auf ein paar Liegestühlen am Wasser aus. Die Muskeln schmerzten und so langsam wurde auch ein leichter Sonnenbrand sichtbar, den wir von den vielen Stunden in der prallen Sonne mitgenommen hatten. Tatsächlich ist es der Erste unserer ganzen Reise und hoffentlich auch der Letzte. Zum Abendessen gab es heute sehr leckere Burritos. Bei den guten und besonders leckeren Burito-Restaurants, wie diesem hier, werden die Buritos statt mit Papier, mit Bananenblättern umwickelt serviert. Am Abend fielen wir erschöpft von einem schönen Tag ins Bett.

Samstag 26.11.: Badetag in Bacalar

Nach einer entspannten Nacht begaben wir uns auf die Suche nach Frühstück. Ein paar Querstraßen von unserem Hotel entfernt fanden wir ein kleines Restaurant. Das Restaurant war sehr einfach gehalten. Ein paar Holztische, selbst gebastelte Blumentöpfe und eine sehr nette Familie, die das Restaurant führte. Wir genossen ein sehr schönes Frühstück und machten uns anschließend auf die Suche nach einem Taxi. Eigentlich wollten wir zu den ca. 15 Minuten entfernten „Los Rapidos“ fahren. Dies ist ein kleines Flüsschen, durch welches man sich treiben lassen kann. Wir hatten uns beim Taxipreis ein wenig verkalkuliert und fanden heraus, dass wir nicht genug Bargeld hatten, um das Taxi (10€ pro Fahrt) und den Eintritt (7.50€ p.P) zu zahlen. Also machten wir uns erst mal auf die Suche nach einer Bank, welche wir im Stadtzentrum fanden. Beim Anstehen am Geldautomat nutzten wir die Zeit, um uns nochmal genauer über unser Tagesziel zu informieren. Dabei fanden wir heraus, dass diese Attraktion mittlerweile wohl ziemlich kommerzialisiert und überlaufen ist, wodurch die Preise gestiegen sind und die Natur von den Besuchern immer mehr zerstört wird. Eigentlich möchten wir solch einen Tourismus nicht unterstützen. Also entschieden wir uns dazu, einfach in Bacalar zu bleiben. Baden können wir schließlich auch hier. Wir schlenderten ein bisschen die Hauptstraße im Zentrum von Bacalar entlang. Kleine gemütliche Cafés und Restaurant, ein paar Minimärkte und andere lokale Geschäfte reihen sich hier aneinander.

Am Ende des kleinen Stadtzentrums biegen wir ab in Richtung Wasser und kommen zufällig am Balneario Eijdal Magico heraus. Eigentlich unterscheidet sich dieses nicht wirklich von einem normalen deutschen Freibad am See. Es gibt eine Liegewiese, ein Restaurant und ein paar Plätze mit Sonnenschirmen (zum Restaurant zugehörig-kostet also extra). Für 2€/Person können wir hier den ganzen Tag entspannen und den Zugang zum Wasser benutzen. Im Wasser gibts sogar ein paar selbstgebaute Sprungbretter und Seile zum Spielen und Sitzen. Wir verbringen einige entspannte Stunden am und im Wasser. Wir bemerkten, dass neben uns ein deutsches Par nach ihrer Brille sucht. Wir boten Hilfe mit unseren Tauchermasken an, welche Hendrik schnell holte. Glücklicherweise fand Hendrik die Brille und wir wurden netterweise zum Dank zu einem Bier eingeladen. Hendrik erkundet noch etwas die Unterwasserwelt und entdeckte bis auf einen kleinen Wels und ein paar Fische nicht sonderlich viel. Lediglich einen Schlüsselanhänger mit vielen Schlüsseln dran fand er noch im Wasser. Die Lagune ist definitiv ein Badeparadies, Schnorchler kommen hier jedoch nicht auf ihre Kosten.

Am Nachmittag entscheiden wir uns dann noch einen Abstecher zu dem anderen Restaurant zu machen, bei welchem wir an unserem ersten Tag waren. Bei kühlem Bier und Mangosmoothie geniessen wir die untergehende Sonne. Schon wieder ist ein Tag vorbei und damit auch unsere Zeit hier in Bacalar. Uns hat der Ort auf jeden Fall sehr gut gefallen. Wer auf der Suche nach einem schönen, entspannten und ruhigen Badeort ist, wird hier fündig. Wir denken, dass man sehr einfach ein paar Tage hier verbringen kann. Egal ob im, am oder auf dem Wasser. Und auch für Familien ist das warme, flache Wasser sehr gut geeignet. Nur hoffen wir, dass der Massentourismus der nördlichen Riviera Maya rund um Cancun und Tulum, den süßen Ort Bacalar verschont und so der Charme und die Entspanntheit der Lagunenstadt beibehalten werden kann.

Sonntag 27.11.: Auf nach Merida

Der Sonntag war ein Fahrttag. Wir schnappten unsere Rucksäcke, machten uns mit dem Taxi auf zum Busbahnhof und bestiegen den Bus nach Merida. Nach 5.5h Fahrt (35€ p.P.) kamen wir in Merida an. Am Stadteingang hielt der Bus und es stiegen zwei Personen in weißer Uniform zu, welche die Pässe aller Reisender kontrollierten. Wir wurden sehr nett gefragt, wann wir in Mexiko eingereist sind und wann wir das Land wieder verlassen werden. Das war es dann aber auch und der Beamte verließ den Bus wieder. Auf anderen Reiseblöcken haben wir gelesen, dass es aber auch tatsächlich dazu kommt, dass Menschen welche keine Aufenthaltserlaubnis haben oder auf der Flucht in Richtung Norden sind, aus dem Bus entfernt wurden… Wir selber haben dies jedoch auf unseren Busfahrten nie erlebt. Das mag aber auch daran liegen, dass wir hauptsächlich auf den Routen Richtung Süden unterwegs waren. Wer aber auf legalem Weg nach Mexiko eingereist ist und seinen Reisepass zur Stelle hat, muss hier nichts befürchten. Mal wieder sind wir übrigens sehr dankbar und froh einen deutschen Reisepass vorzeigen zu können, der uns auf dieser Reise schon sehr viele Türen geöffnet hat und Grenzübergänge bisher immer recht einfach gestaltet hat. 

Zu unserer Freude gibt es in Merida, der Hauptstadt Yucatans wieder Uber, weshalb wir uns sehr einfach unsere Fahrt zur Unterkunft organisieren konnten. Diesmal haben wir ein sehr hübsches Airbnb am Rand des Zentrums mit Küche und Balkon. Wir wollen Merida als Base für die nächsten Tage nutzen. So können wir die Stadt erkunden und auch Ausflüge ins Umland unternehmen. Da wir endlich mal wieder richtig kochen wollen und am heutigen Tag noch nichts Richtiges gegessen hatten, machten wir uns nach unserer Ankunft direkt wieder auf den Weg in den Supermarkt. Bei unserer Überlegung nach möglichen Rezepten für die nächsten Tage ist uns mal wieder aufgefallen, wie sehr wir uns schon auf unsere Küche daheim und auf unsere „heimischen“ Gerichte freuen. Auch wenn die Küchen in den Ferienwohnungen meist ausreichend sind, sind sie aber natürlich lang nicht so angenehm und gut ausgestattet wie die heimische Küche. Und auch wenn der Supermarkt hier eine große Auswahl an Lebensmitteln hatte, ist das Sortiment natürlich ein anderes als bei uns zu Hause. Trotzdem fanden wir alle Zutaten für unsere typischen Reisegerichte: Nudeln, Tomatensoße, Toast und Pizza. Gut ausgestattet für die nächsten Tage mit drei vollen Einkaufstaschen fuhren wir also mit dem Taxi wieder zu unserer Unterkunft, kochten lecker Spagetthi uns machten uns einen gemütlichen Abend. 

2 Kommentare zu „17. Woche 21.11.-27.11. Tulum, Bacalar & Mérida

  1. Karinoma die heimische Küche ist doch schon was wert,Was macht Hendrik ohne Lachs?Papa Holger hat mir heute 5 dicke Forellen gebracht, da habe ich auch einige Male einen Festschmaus.
    Viele Grüße Oma und Opa ausmeissen.

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    1. Hendrik freut sich schon wenn er mal wieder fischen kann! Vielleicht klappt es ja nochmal irgendwann auf der Reise.

      Na dann guten Appetit! 🐟

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