16. Woche 14.11.-20.11. Isla Mujeres, Cancún & Tulum

Montag 07.11.: Zeit zum Lernen

Nachdem wir am Vormittag noch Gespräche mit der Heimat geführt haben, nutzten wir den weiteren Verlauf des Tages für andere Verpflichtungen. Endlich haben wir mal unsere ganze Wäsche weggebracht. Da es hier keine Waschsalons gibt, zum selber Wäsche waschen, mussten wir die Wäsche aufgeben und waschen lassen. Vier Stunden danach konnten wir sie dann gut duftend, trocken und zusammengelegt wieder abholen. Was für ein Luxus, wenn es mal zu Hause genau so einfach ginge. Den Tag selber verbrachten wir viel mit dem Lernen für die Tauchscheinprüfung. Da am Dienstag der praktische Teil losgehen sollte, mussten wir natürlich die Theorie bis dahin fertig haben. Wir beide absolvierten das Online-Exam ohne Probleme und freuten uns schon, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Es wurde zusätzlich noch etwas gearbeitet und die weitere Reise geplant. Da das Meer vor unserer Tür relativ unruhig war und es keinen leichten Einstieg gibt, verzichteten wir aufs Schnorcheln und Schwimmen. Am Abend machten wir noch leckere Burger selbst, ehe wir bei der Wärme versuchten genügend Schlaf zu finden, um am kommenden Tag ausgeruht zu sein.

Dienstag 08.11.:  Der erste Tauchtag

Der Wecker klingelte um 6 Uhr, doch Hendrik war bereits seit 4:15 Uhr wach, durch die Kombination von Wärme, Schwüle und Aufregung. Trotzdem war er putzmunter (Annelie eher nicht so). Wir genossen ein leckeres Frühstück auf dem Balkon mit einem Blick auf den feurig roten Sonnenaufgang. Es war herrlich. Im Anschluss packten wir unsere Sachen zusammen, cremten uns mit Sonnenmilch ein und liefen schließlich los. Um 7:30 Uhr kamen wir bei der Tauchschule an. Wir wurden wieder sehr nett begrüßt, bekamen ein kleines Fach, wo wir unsere Sachen aufbewahren konnten, erhielten unsere Neoprenanzüge und dann ging es auch schon in den Pool. Neben unserem Tauchlehrer Mario gab es noch einen weiteren Teilnehmer, ein Kanadier aus Hope (bei Vancouver), also von einem Ort, den wir vor wenigen Monaten noch besucht hatten. Die erste Aufgabe war 200 m am Stück zu schwimmen und zehn Minuten zu treiben. Für uns keinerlei Problem, ersteres war nur anstrengend, da der Pool gerade einmal 10 m lang war und sechs Meter davon waren auch nur einen Meter tief.

Im Anschluss ging es erstmal wieder aus dem Pool raus und wir wurden mit dem Equipment vertraut gemacht. Das meiste kannten wir zwar schon aus der Theorie, aber so sah man die Handgriffe auch nochmal live. Dann ging es wieder in den Pool. Hier absolvierten wir dann die nächsten drei Stunden verschiedenste Übungen unter Wasser. Wir lernten unsere Maske vom Wasser zu befreien, die verschiedenen Handzeichen zu deuten, den Tauchpartner im Notfall mit Atemluft von einem selber zu versorgen, wie es ist, wenn keine Luft mehr aus der Flasche kommt, und vieles mehr. Das wichtigste war jedoch stets unsere Buoyancy, unser Auftrieb. Dieser soll möglichst immer neutral gehalten werden, damit man im Wasser ohne Bewegung schwebt und somit weder sinkt noch steigt. Schließlich beansprucht jede zusätzliche Bewegung Energie, für die man mehr Luft benötigt, was am Ende die Tauchzeit verkürzt. Gegen 11:30 Uhr waren wir dann erstmal durch mit dem ersten praktischen Trainingsteil. Nachdem wir noch einen theoretischen Teil absolviert hatten, ging es für uns in die Mittagspause. In der Stunde, die uns zur Verfügung stand, setzten wir uns in ein Lokal im Zentrum und teilten uns eine leckere Pizza.

Um 13 Uhr waren wir dann wieder bei der Tauchschule, bepackten das Lastenfahrrad der Tauchschule mit unserem Equipment und liefen gemeinsam einmal quer durchs Zentrum zum Strand mit den ganzen Booten. Hier wartete schon der Kapitän auf uns. Schnell war alles verstaut und die Fahrt ging los. In hoher Geschwindigkeit bretterten wir über das Wasser in Richtung Riff. Wir machten uns tauchbereit, checkten nochmal das Equipment, setzten unsere Masken auf, nahmen das Mundstück des Atemreglers in den Mund und setzten uns auf die Kante des Bootes. Wir nahmen die korrekte Position ein und ließen uns schließlich nach hinten über Bord fallen. Nach wenigen Sekunden waren alle Taucher im Wasser und wir versammelten uns an der Ankerboje. Durch unsere aufgeblasenen BCD-Westen trieben wir mühelos im Wasser. Dann kam das Zeichen zum Abtauchen. Die Luft wurde aus der BCD-Weste gelassen und wir glitten langsam unter Wasser, hangelten uns Stück für Stück an der Leine der Ankerboje hinab. Es war ein grandioses erstes Gefühl. Durch stetigen Druckausgleich verlief das Abtauchen ohne Probleme.

Dann waren wir dort in der wunderschönen Unterwasserwelt. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Wir waren sofort fasziniert. Es dauerte zwar einige Zeit, aber das Schweben im Wasser wurde mit Minute zu Minute und über die kommenden Tauchgänge hinweg immer besser. Gleich bei unserem ersten Tauchgang entdeckte einer der Guides einen Hai unter einem Riff. Das war super spannend. Der Riffhai lag dort einfach und ruhte sich aus. Etwas später gab es dann auch noch Langusten. Hendrik hätte diese am liebsten für das Abendmahl direkt mitgenommen, aber wir waren hier nur als Zuschauer und zum Staunen vor Ort und nicht zum Fischen. Wir glitten weiter durch eine bezaubernde Welt voller bunter, unterschiedlicher Fische. Alle möglichen Arten und Größen waren vertreten.

Es war ein wunderbares Spektakel, so nah heranzukommen. Doch wir waren nicht nur zum Spaß hier, sondern machten zusätzlich zum Üben unserer Buoyancy noch einige andere Übungen. Unter anderem simulierte der Tauchlehrer immer mal wieder, dass er keine Luft hat, wo dann der Nächstgelegene reagieren musste und ihn mit seinem zweiten Atemregler aushelfen musste. Nach vierzig Minuten wurde dann das Zeichen zum Auftauchen gegeben und wir schwammen ganz gemächlich in Richtung Wasseroberfläche. Dort füllten wir wieder unsere BCD-Westen mit Luft, ließen uns treiben und warteten nur kurz, bis wir von unserem Boot wieder aufgesammelt wurden.

Nach einer kurzen Pause an Bord, wo wir über Verbesserungen, Erlebnisse und Sichtungen unter Wasser sprachen, bereiteten wir uns auch schon auf den zweiten Tauchgang des Tages vor. Wir wurden noch mit Melone, Wasser und Keksen versorgt, ehe wir die Tauchausrüstung neu justierten.

Wichtigster Faktor war hierbei natürlich eine neue Atemluftflasche zu installieren. Dann wurden auch schon wieder die Brillen aufgesetzt und sich an den Rand des Boots gesetzt. Mit einer rückwärts Rolle plumpsten wir wieder ins Wasser. Das Wetter war gerade mal etwas schlechter geworden, oben fing es ziemlich zu regnen an, wodurch wir froh waren, wieder im 29 Grad warmen Wasser unter der Oberfläche zu sein. Der zweite Tauchgang war ebenfalls wieder äußerst schön. Die vielen Fische und bunten Korallen sind einfach herrlich. Immer wieder entdeckt man neue kleine oder große Tiere. Wir haben beide Tauchgänge sehr genossen. Uns wurden viele Freiheiten und viel Zeit zum Erkunden und Staunen gelassen, ohne den Lernteil zu vernachlässigen. Die Zeit verging wie im Flug und ehe wir uns recht versahen mussten wir leider auch schon wieder auftauchen. Das Schöne, als wir auftauchten, war der Regen verschwunden und es strahlte wieder die Sonne. Wir ließen ins zurück an die Küste fahren, entluden das Boot und liefen zurück zur Tauchschule. Im Anschluss gingen wir den Weg zurück zu unserer Unterkunft und redeten die ganze Zeit fasziniert von unseren Erlebnissen. Selbst Annelie meinte, dass sie diese Fische hier durchaus sehr hübsch fand und sie solche Fische sehr gerne mag.

Als wir an der Unterkunft ankamen, war es auch schon 17:30 Uhr und die Sonne ging allmählich unter. Wir kochten uns noch ganz einfache Nudeln mit Tomatensauce und etwas Gemüse, ehe wir dann auch ins Bett gingen. Wie uns unser Tauchlehrer Mario zuvor prophezeit hatte, schliefen wir wie Babys.

Mittwoch 09.11.: Der zweite Tauchtag

Wir konnten im Vergleich zum Vortag etwas ausschlafen, da nur noch die beiden Tauchgänge im Meer anstanden und keine weiteren Übungen im Pool und auch keine weiteren Theoriestunden. Dementsprechend stiegen wir letztlich gegen 9 Uhr aus den Betten, und nahmen erstmal ein leckeres Frühstück auf unserer sonnigen Terrasse zu uns. Wir verbrachten noch einen entspannten Vormittag, ehe wir uns auf den Weg zur Tauchschule machten. Wie immer taten wir es auch an diesem Tag wieder zu Fuß. Dort angekommen, bekamen wir wieder unser kleines Schließfach, und uns wurden wieder Neoprenanzüge ausgehändigt. Die Tauchausrüstung lag schon parat, wodurch wir kurze Zeit später wieder auf dem Weg zum Boot waren.

Alle Sachen rein und losging die rasante Fahrt im 180 PS starken Speedboot. Wir erhielten noch ein paar Instruktionen über den heutigen Ablauf und dann waren wir auch schon an unserem ersten Tauchspot angekommen. Nachdem wir im Wasser waren und zum Boden getaucht waren, begann unsere erste Übung. Ein „Controlled Emergency Swimming Ascent“ oder auch kurz CESA stand für jeden von uns einzeln an. Der kontrollierte schwimmende Notaufstieg ist durchaus eine wichtige Fähigkeit, die man im hoffentlich nicht vorkommenden Notfall gebrauchen kann. Tief luft holen, und mit einem dauerhaften „ahhhh“ Geräusch ausatmend, stiegen wir einzeln von Mario begleitet die neun Meter an die Oberfläche, wo wir dann unsere BCD-Weste noch mit dem Mund aufpusten mussten. Das alles verlief reibungslos. Im Anschluss tauchten wir wieder ab und unser zweiter Tauchausflug konnte so wirklich beginnen. Auch an diesem Tag sahen wir wieder die unterschiedlichsten Tiere. Neben Steinfischen und diversen Lippfischen, entdeckten wir unter anderem auch eine Mouräne.

Am Ende des ersten Tauchgangs kamen wir dann bei dem Unterwassermuseum an. Hier wurde ein künstliches Riff aus Statuen und Kunstobjekten aus Stein geschaffen. Einen Rochen entdeckten wir zwischen den Füßen einer betenden Statue. Es war super spannend alles. Man wusste nicht, wo man zuerst hingucken sollte. Selbst ein Auto aus Stein wurde hier ausgestellt und ist nun Heimat von Seeigeln und Fischen.

Hinter dem Museum stiegen wir dann wieder zurück an die Oberfläche. Wir wurden wieder eingesammelt und an Bord mit Snacks und Trinken verpflegt. Dann gab es das Briefing für den zweiten Tauchgang des Tages und was wir nochmal zeigen müssen. Die erste Aufgabe unter Wasser war eine Navigation mit dem Kompass. Man suchte sich eine Richtung aus, stellte den Kompass entsprechen ein, schwamm in diese Richtung und musste dann nach etwas Zeit umdrehen und mit den richtigen Gradzahlen wieder zurückfinden. Im Anschluss war dann noch Hendriks absolute Horroraufgabe dran. Nachdem wir schon bei den vorherigen Tauchgängen jedes Mal einmal die Maske mindestens teilweise fluten mussten, um sie dann wieder vom Wasser zu befreien, war jetzt die letzte Stufe dieser Übung angesagt. Die Maske wurde in acht Metern Tiefe abgenommen, es musste weiter geatmet werden und nach kurzem schwimmen wieder aufgesetzt werden und dann von Wasser geleert werden. Auch für Annelie war das nicht angenehm, da sie Kontaktlinsen trägt und diese natürlich relativ leicht rausgespühlt werden können. Doch wir beide meisterten die Aufgabe letztlich, auch wenn es Hendrik einiger Überwindung bedurfte durch seine grundsätzlichen Probleme mit Wasser Eintritten in die Nase und anschließenden Ohrenschmerzen. Doch vor allem die Ohren machten ihm zum Glück beim Tauchen keinen Strich durch die Rechnung. Nachdem wir auch diese Aufgabe überwunden und gemeistert hatten, wurde es wieder Zeit für den angenehmen Teil des Tauchens.

Wir schwammen durch das farbenfrohe Riff, vorbei an den schönsten Fischen. Sogar einen kleinen und einen wirklich großen Feuerfisch, oder auch Löwenfisch genannt, sahen wir. Da diese Tiere durchaus sehr giftig sind, schwammen wir lieber nicht zu dicht ran. Nach einiger Zeit schwammen wir dann noch durch einen schmalen Gang, einem Art Höhlenkanal durch eine der Gesteinformationen. Damit hatten wir nicht gerechnet, aber das war eine tolle Erfahrung. Wir waren unseren Sauerstoffanzeigen nach schon kurz vorm Ende des Tauchgangs, als Mario, dicht gefolgt von Hendrik, sich umdrehte und auf eine Riffformation zeigte. Er machte eine Bewegung mit dem Arm, die Hendrik so deutete, dass er von unten in den Schwarm Fische reinschwimmen sollte und dies dabei filmen sollte. Doch als Hendrik schon dabei war das umzusetzen, wurde er nochmal von Mario festgehalten und er drehte sich um. Er zeigte auf einen Schwarm Fische unter einem Felsvorsprung und zeigte nochmal auf Hendrik, und machte dann wieder die Armbewegung.

Er tauchte wieder weiter runter und rein in die Höhle, wie Mario es zuvor angedeutet hatte. Wie sich herausstellte, war auch das hier wieder ein Tunnel, allerdings so voller Fische, dass man nicht gesehen hat, dass es ein Tunnel ist. Da Hendrik seine Kamera dabeihatte, sollte er als Erster durchschwimmen, wo noch alle Fische in dem Tunnel waren. Es war ein unglaublich beeindruckendes Gefühl als erster dort durchzutauchen. Das hat definitiv nochmal etwas mehr Adrenalin gegeben. Kurz dahinter war dann auch schon die Zeit zum aufsteigen gekommen. Unter Wasser wurden uns noch zu unserem Abschluss im Tauchen in Zeichensprache und mit Gesten gratuliert und wir klatschten uns ab, ehe wir mit langsamen Flossenbewegungen der Oberfläche näher kamen. An der Oberfläche waren wir dann direkt wieder am miteinander reden. Vor allem über den letzten Tunnel. Hendriks Worte dazu waren: „Ich habe den Tunnel vor lauter Fischen überhaupt nicht gesehen, deswegen habe ich zunächst nicht verstanden, was ich da machen soll, aber das Schwimmen durch den Schwarm und den Tunnel war der absolute Hammer.“ Wir hatten einen grandiosen vierten Tauchgang.

Nach unserer Rückkehr zum Land und dann zur Tauchschule, wurde nur noch der Papierkram fertiggestellt und damit hatten wir dann endgültig unseren Tauchschein zum „Open Water Diver“. Wir freuen uns jetzt schon darauf an anderen Orten tauchen zu gehen und mehr von der Tier- und Pflanzenwelt unter Wasser zu entdecken. Wir sind aus dem Staunen kaum rausgekommen und vor allem Hendrik hätte ewig unten bleiben können. Annelie war trotz zweier Neoprenanzüge im 29 Grad warmen Wasser kalt.
Wir liefen zurück zu unserer Unterkunft, machten uns leckere selbstgemachte Wraps zum Abendessen, ehe wir wieder wie kleine Kinder schnell einschliefen und schön tief durchschliefen. Tauchen ist durchaus anstrengend, aber sowas von empfehlenswert und wunderschön!

Donnerstag 10.11.: Pause – Tag

Den Donnerstag verbrachten wir relativ unspektakulär, die meiste Zeit, bei unserer Unterkunft. Wir schliefen zunächst bis um 9 Uhr aus, ehe wir gemütlich frühstückten und dann den Tag mit arbeiten, Hörbuch hören, Blog schreiben, Fotos sichten und weitere Reiseplanungen füllten. Wir machten noch einen Spaziergang an der Küste vor unserer Haustür entlang, ehe wir kurz bevor es dunkel wurde, zu unserer Unterkunft zurückkehrten. Das Wetter wurde den Tag über immer stürmischer. Gegen Abend fegte schon ein ordentlicher Wind vom Meer und die Wellen wurden dementsprechend immer höher und doller. Auch in den kommenden Tagen soll der Wind nicht schwächer werden und wir sind gespannt, inwiefern wir den einen Schnorchel-Tag noch umsetzen können, den wir uns vorgenommen haben.

Freitag 11.11.: Wind, Wind, Wind

Nach einer stürmischen Nacht verbrachten wir den Vormittag in unserer Unterkunft. Durch den Wind und die fehlende Sonne ist es vergleichsweise kühl und ein wenig ungemütlich draußen, weshalb wir die Zeit nutzten, um alle möglichen organisatorischen Dinge von unserer Liste abzuhaken. Die Wellen vor unserem Haus sind mittlerweile schon beachtlich gewachsen und sind bald eher in die Kategorie Surfer-Wellen, als Schnorchelparadies einzuordnen. Wir hofften jedoch, auf der windabgewandten Seite der Insel noch einen Schnorchelspot zu finden. Also machten wir uns am Nachmittag auf in Richtung Punta Sur, dem Süden der Insel. Hier weicht der weiße Sandstrand schroffen, steilen Klippen, an denen die Wellen brechen. Auf ca. halben Weg zu unserem heutigen Schnorchelspot spürten wir die ersten Tropfen. Annelie behauptete noch, der Regen würde sicher an uns vorbeiziehen. Ja sicherlich. Wenige Minuten danach ergoss sich ein dicker Regenguss über uns. Wir hätten genauso gut mitsamt unserer Sachen ins Meer springen können und der Effekt wäre derselbe gewesen. Wir waren pitsche-patsche-nass.

Dank 26 °C Lufttemperatur froren wir wenigstens nicht so schlimm und so erreichten wir nach einer Stunde Fußweg den „Beach-Club“ Garrafon de Castilla. Diesen hatten wir im Internet als kostengünstige Variante gefunden, um das vorgelagerte Riff zu erkunden. Für 7.50 €/Person konnten wir den kleinen Strand, Liegen und Sanitäranlagen benutzen. Wir hielten uns nicht lang auf und machten uns direkt auf in die Unterwasserwelt.

Unser Vorhaben schien jedoch nach wenigen Minuten bereist zu Ende zu sein, da die Bandhalterung der neu gekauften Schnorchelbrille riss und die Brille somit nicht mehr zu befestigen war. Wie das so ist, kauft man billig, kauft man doppelt. Wir probierten die Brille stattdessen mit den Händen zu halten, was mehr schlecht als recht funktionierte. Doch ein intaktes Schnorchelkit hatten wir ja noch und so erkundete Hendrik beinahe 2 Stunden die Unterwasserwelt, während Annelie sich auf unsere Schwimmboje treiben ließ. Kleiner Einschub: Unsere Schwimmboje ist einer der Gegenstände, die wir jedes Mal wieder auf Reisen mitnehmen würden. Sie ist eine Art aufblasbarer Sack, welcher mit Gurten an uns befestigt werden kann. Wenn wir Schnorcheln oder Baden, schwimmt die Boje also immer in unserer Nähe und Boote oder andere Menschen können uns aus großer Entfernung sehen. Außerdem können wir hier unsere Wertsachen sicher und wasserdicht verstauen und haben diese immer am Mann/an der Frau. Eine klare Empfehlung also für alle Wasserratten und Badenixen unter euch.
Von kleinen und großen Fischen, in den unterschiedlichsten Farben schimmern, über verschiedenst gemusterte Rochen, bis hin zu Kugelfischen und Hornhechten, bekamen wir mal wieder eine große Breitseite der marinen Tierwelt zu Gesicht. Leider war das Wasser in Ufernähe etwas trüber und aufgewühlter als zuvor.

Auch wenn die Unterwasserwelt natürlich sehr schön war, sehen wir den Aufwand und den Preis für den Ausflug nicht ganz gerechtfertigt. Wir hatten einen schönen Nachmittag und das kleine Riff ist auch ganz hübsch. Wir würden jedoch empfehlen, lieber am Playa Norte Richtung Osten zu den Felsen zu schwimmen. Hier empfanden wir die Unterwasserwelt wesentlich aufregender und diese ist kostenlos zu bestaunen.

Samstag und Sonntag 12.-13.11.: Bye Bye Isla Mujeres, Hello Tulum

Nachdem unser Samstag wetterbedingt nur aus Serien gucken und Regen anschauen bestanden hatte, zeigte sich der Sonntag wieder von einer etwas schöneren Seite. Heute wollten wir uns auf den Weg nach Tulum machen, weshalb wir recht früh aufstanden. Wir versuchten mal wieder vergeblich all unser Zeug in unsere Rucksäcke zu stopfen, mussten dann aber trotzdem den halben Inhalt draußen dran hängen. Per Taxi ging es zur Fähre und bei leichtem Sonnenschein und angenehm kühlen Wind setzten wir nach Cancún über. Mit dem ADO-Bus ging es dann gemütlich weiter nach Tulum. Am frühen Nachmittag erreichten wir den Busbahnhof von Tulum und entschieden uns zu Fuß die 2.5 km zur Unterkunft zu laufen. So sparten wir gut 10€ Taxigeld und bewegten uns ein wenig.

Im Hotel angekommen, verbrachten wir den Nachmittag leider damit, auf den Techniker zu warten, welcher unser WLAN reparieren sollten. Das klappte jedoch bis in den Abend hinein nicht wirklich. Die Infrastruktur des Ortes ist den vielen Hotels und Ferienwohnungen einfach nicht gewachsen, sodass Stromausfälle zum Tagesgeschäft gehören. Da es draußen jedoch sowieso wie aus Eimern schüttete, war es nicht so schlimm den Nachmittag in unserem hübschen Hotelzimmer zu verbringen. Zum Abendessen gab es dann noch eine Pizza und ein paar Nudeln im nahegelegenen Restaurant und so geht unser erster halber Tag in Tulum zu Ende. Wir sind gespannt, was dieser Ort in der nächsten Woche für uns bereithält. Schon jetzt merken wir, dass wir hier unter anderen Menschen unterwegs sind. Statt Backpackerfeeling geht es hier mehr ums sehen und gesehen werden. Schon in der Lobby wurden wir auf zwei Personen aufmerksam, die sich laut unterhielten. Später tauften wir sie Insta-Isabell und Koks-Erik. Während Insta-Isabell alle Influencerinnen-Klichees erfüllt, ist Koks-Erik nicht zu überhören. Er erzählt lautstark jedem, ob er es hören will oder nicht, wie einfach es ist in Kolumbien Häuser zu kaufen und bester Freund mit den einheimischen Behören zu werden. Wir sind also gespannt ob der Hype um diesen Ort gerechtfertigt ist und ob wir noch den ein oder anderen geheimen, einsamen Naturspot entdecken werden.

4 Kommentare zu „16. Woche 14.11.-20.11. Isla Mujeres, Cancún & Tulum

  1. Faszinierend und beeindruckend eure Fotos von der Unterwasswelt.
    Interessant die Unterwasserskulpturen zur Ansiedlung / Bildung eines Riffs.
    Inster – Isabell und Koks -Erik, 😂🤣
    Aber das Hotel sieht hübsch aus.
    Da wünschen wir euch ab nun nur noch 🌞 und Ersatz für die kaputte Brille.

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  2. Karinoma Das Wassermuseum ist eigentlich etwas gruselig.Man könnte denken die Menschen beten den Meeresboden an und kommen gleich hoch.Ich hatte mal an der Nordsee mein Sonnenbrille am Strand bei Flut verloren.Am nächsten Tag als das Wasser weit weg war, lag sie hinter einen Stein. viele Grüße Oma und Opa

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    1. Ja von Weitem sieht es ein wenig gruselig aus, das stimmt! Aber wenn man nah dran war, hat man unzählige bunte Fische und Korallen gesehen und dann war es richtig hübsch.

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