6. Woche 05.09.-11.09. Denali, Anchorage und Kenai Halbinsel

Montag 05.09. Auf in Richtung Denali

Unweit von Fairbanks und nur eine Autostunde von unserem Schlafplatz entfernt, beginnt der wunderschöne Nationalpark Denali. Es ist zwar nicht mehr Saison, allerdings merkt man dennoch deutlich, dass es wieder touristischer ist. Ein Giftshop reiht sich an den nächsten, als wir durch einen kleinen Ort am Anfang des Nationalparks fahren. Unser erstes Ziel ist das Visitor Center. Auch dieses, wie so viele, die wir zuvor besucht haben, ist wieder wirklich schön und äußerst informativ. Nachdem wir uns ausgiebig informiert und belesen haben, setzten wir uns an den Rand der Ausstellung und nutzten das kostenlose WLAN für einige Aktivitäten. Beginnend beim Download von weiteren Karten der kommenden Gegenden, über Internet-Banking, Arbeiten und Uni, ist stets immer viel zu erledigen.

Wir haben uns bewusst gegen einen Besuch des Nationalparks entschieden. Der Nationalpark ist prinzipiell nur mit kostenloses Hop-On-Hop-Off Bussen oder geführten Touren zu besichtigen. An einem besonders schmalen Stück, welches in den letzten Jahren immer wieder erneuert und aufgeschüttet wurde, sorgte ein Erdrutsch nun für das endgültige Aus dieser Straße. Somit ist es für Touristen nicht mehr möglich per Bus in den Nationalpark zu gelangen, zumindest nicht weiter als bis zur Mile 43. Die wirklich schönen Aussichten und Erlebnisse verstecken sich aber erst hinter diesem Abschnitt. Daher haben wir beschlossen, den Besuch des Nationalparks für unseren nächsten Besuch in Alaska aufzuheben. Und lieber die Gegen um den eigentlichen Nationalpark herum zu erkunden.

Im Anschluss an unseren Besuch im Visitor Center haben wir uns dann endlich mal wieder ausgiebig bewegt. Anfänglich noch mit leichtem Regen, im Anschluss dann aber wieder mit perfektem Wetter, ging es los zur Wanderung. Unser Ziel, der Gipfel des Mount Healy. Während in der Beschreibung für den Anstieg zwei Stunden bemessen sind, stapften wir in weniger als eineinhalb Stunden dort hoch. Wanderprofis eben. Der Ausblick war grandios. Man konnte unglaublich weit blicken. Mit dem Fernglas tasteten wir die umliegenden Hänge und näheren Berge ab, in der Hoffnung womöglich eine Bergziege zu sehen, allerdings leider erfolglos.

Nachdem wir wieder hinabgestiegen waren, waren wir noch so motiviert weiterzulaufen, dass wir die zweite Wanderung gleich hinten anhingen. Diese führte zum und um den Horseshoe Lake. Ein wunderschöner See am Fuße des Berges und besonders beeindruckend hierbei war der Staudamm der Biber. Einfach faszinierend, was diese kleinen, fleißigen Tiere so bauen. Insgesamt viereinhalb Stunden und etwas weniger als zwanzig Kilometer später, kamen wir wieder am Parkplatz und beim Auto an.

Wir fuhren noch knapp eine Stunde und fanden schließlich einen geeigneten Schlafplatz, nachdem uns die ersten drei Orte nicht gefallen haben, da sie direkt neben dem Highway lagen. Dort wurde erstmal der große Topf mit Wasser gefüllt, erhitzt und dann in die Campingdusche gekippt. Die schöne heiße Dusche tat sehr gut nach der Wanderung. Im Anschluss wurde gegessen (zur Abwechslung mal Nudeln mit Sahnesoße statt Tomatensoße) und dann war es auch schon fast dunkel. Zeit fürs Bett.

Dienstag 06.09. Talkeetna – bunte Häuschen und Touristen

Am Anfang unserer Reise hatten wir es uns angewöhnt möglichst früh aufzustehen, sodass wir den Tag in vollen Zügen genießen können. Mittlerweile ist jedoch der Langschläfer in uns durch gekommen, weshalb wir auch gern mal bis 10 Uhr gemütlich in unserem kuscheligen Bett schlafen. Also war unser Frühstück eher ein Mittagessen. Gut gestärkt ging es los und erst einmal kurz die Straße zurück zu einem sogenannten Lost Place. Direkt am Highway steht ein altes, heruntergekommenes Gebäude, welches einem Iglu nachempfunden wurde. Das als Hotel designte Gebäude wurde nie eröffnet und steht seit vielen Jahren ungenutzt und verfallend am Straßenrand. Spooky und doch spannend.

Nach einem kleinen Blick in das Innere ging es weiter und nach ca. 1,5h erreichten wir das kleine Örtchen Talkeetna. Kleine Blockhütten und Holzhäuschen reihen sich aneinander und verkaufen hübsche Souvenirs oder versorgen die Besucher mit Lachs-Burgern, Hailbutt-Tacos und lokal gebrautem Bier. Wir schlenderten durch die Läden nach der Suche nach schönen Souvenirs. Leider sind wir diesmal nicht fündig geworden. Aber wer schon mal mit mir (Annelie) auf der Suche nach dem einem ganz bestimmten Souvenir war, der weiß, dass sich das manchmal schwierig gestaltet. Aber zum Glück sind wir noch eine Weile unterwegs und haben viele weitere Möglichkeiten zur Souvenirjagd.

Nachdem wir uns mit Burger, Pommes und einem warmen Kaffee gestärkt hatten, steckten wir noch schnell ein paar Postkarten in den Briefkasten und fuhren weiter in Richtung Highway auf der Suche nach einem Schlafplatz für die Nacht.

Wir campten erneut an einem kleinen, idyllischen Fluss. Ein wenig abenteuerlich ging es einen kleinen Hang herunter und einige Meter über das Flussbett bis zu einer kleinen Stelle hinter ein paar Bäumen und Büschen direkt am Wasser. Da darf das Angeln natürlich nicht fehlen. Leider sorgt die Strömung und der Untergrund dafür, dass sich der Köder immer wieder in den Steinen verfängt. Da hilft nur Zähne zusammenbeißen und in dem wenige Grad warmen Wasser den Köder befreien. Auch andere lokale Angler kamen zum Fluss, doch keiner hatte heute Glück. Somit blieb es mal wieder bei Nudeln mit Sauce. Unseren Abend verbrachten wir, eingekuschelt in alle Jacken, Pullover und Decken die wir mit haben, an einem kleinen Lagerfeuer und mit einer Tasse Wein bzw. einer Dose Bier in der Hand. Wenigstens müssen wir uns hier bei den Temperaturen nicht mehr darum sorgen, dass unsere Getränke warm werden könnte.

Mittwoch 07.09. Erster Schnee

Heute sollte es etwas früher losgehen, und wir hatten uns einen Wecker gestellt. Hendrik wurde sogar noch vor dem Wecker wach und musste dann allerdings feststellen, dass es draußen in Strömen regnete. Da wir nicht sofort bis auf die Knochen frieren und durchgenässt sein wollten, wurde der Wecker ausgestellt, Annelie schlafen gelassen und Hendrik nahm sich sein Buch zur Hand. Gegen kurz vor neun Uhr hatte es dann endlich nahezu aufgehört zu regnen und wir stiegen aus dem Auto. Ohne Frühstück wurde das Auto zusammengepackt und wir verließen das Flussbett. Das Ziel war eine Bäckerei, wenige Kilometer von uns entfernt, welche uns wärmstens von Annelies Eltern empfohlen wurde, da sie selber dort vor wenigen Wochen waren. Als wir die Bäckerei erreichten, mussten wir leider feststellen, dass diese nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet hat. Also kein leckeres, frisches Frühstück. Stattdessen wurde kurz ein Bagel geschmiert und auf der Weiterfahrt verzehrt.

Zunächst zog es uns zum Hatcher Pass. Wir verließen den Highway und bogen auf eine kleinere Straße. Wir fuhren keine fünf Minuten auf dieser Straße, ehe wir von einem entgegenkommenden Fahrzeug drei kurze Lichthupen Signale bekamen. Kurze Verwunderung. Licht war an, das kann es nicht gewesen sein. Wir entschieden uns, dass entweder eine unserer Lampen vorne kaputt sein müsste oder ein Tier demnächst kommen wird. Letzteres trat ein. Direkt am Straßenrand stand eine riesige Elchkuh. Diese fraß ganz gemütlich, während wir kurz hielten und vom Auto aus Fotos machten. So nah waren wir noch nie einem Elch begegnet. Wir fuhren weiter und keine zwanzig Meter weiter, hatten wir einen Blick auf einen schönen kleinen See. Und am anderen Ufer? Eine zweite Elchkuh. Gleich zwei Elch-Sichtungen in kürzester Zeit und dann die Erste auch noch so nah an uns dran, faszinierend.

Wir fuhren die einsame, wunderschöne Straße entlang und schraubten uns Serpentine für Serpentine in die Höhe. Die Straße ist zwar eine Gravelroad, aber im Gegensatz zum Dalton Highway wunderbar in Form. Die Fahrt war ein einziges Farbenspiel aus Rot-, Braun- und Orangetönen. Wir hatten einen grandiosen Ausblick, auf die mit leichtem Pulverschnee bedeckten Gipfel am Horizont. Leider waren wir wohl ein paar Wochen zu früh da, bevor hier wirklich der Schnee kommt. Laut Wetterbericht soll es zum Ende der Woche zumindest in der Nacht hier oben zu schneien beginnen. An einem Bergsee, an dem wir anhielten, war aber wenigstens ein Schneefeld. Zu diesem mussten wir natürlich gelangen. Endlich einmal wieder Schnee unter den Füßen.

Wir fuhren die Passstraße weiter und fuhren auf der anderen Seite hinunter. Wir waren uns einig, der erste Teil (aus Willow kommend) gefiel uns besser. Auf der gut ausgebauten Seite war dann doch einiges an Verkehr los, nicht schlimm, aber das andere war einfach schöner. Es ging weiter bis Wasilla. Dort setzten wir uns in ein Schnellrestaurant, bestellten etwas zu trinken und nutzten das kostenlose WLAN.
Im Anschluss fuhren wir weiter bis zum Reflections Lake. Einem kleinen See, auf einer kleinen Insel, an den Ausläufern des Knik Flusses. Der Schlafplatz war zwar nicht so schön, wie manch anderer, den wir bisher genutzt haben, aber er erfüllte seinen Zweck. Sowohl am Fluss, als auch am See, wurde die Angel ausgeworfen, allerdings ohne Erfolg. Somit blieb das Abendmahl bei leckerem Reis mit gedünstetem Brokkoli und toller Sweet-Chilli Sauce. Allerdings endete der Tag leider, wie er begonnen hatte, mit Regen.

Donnerstag 08.09. Regnerische Tage haben wir auch…

Auch der Donnerstag beginnt regnerisch. Draußen ist es zunächst richtiggehend ungemütlich. Somit setzen wir uns nicht zum Frühstück raus, sondern essen einen Bagel kurz unter dem Schutz der Heckklappe, räumen das Auto um und fahren los. Nach zwanzig Minuten erreichen wir den Start einer kleinen Wanderung, die wir trotz des Nieselregens erfolgreich absolvieren. Wir werden mit dem Anblick eines schönen Wasserfalls belohnt. Zum ersten Mal auf unserer Reise sehnen wir uns nach einem Haus oder unserer Wohnung zurück. Ein heißer Kakao, eine Kuscheldecke und das Eröffnungsspiel der Footballsaison auf der Couch schauen. Das wäre schön gewesen an diesem Regentag. Auf unseren kleinen Wanderungen durch die duftenden Laubwälder fühlen wir uns oft, als hätten wir schon November. Und auch die Tage werden merklich kürzer. Während wir vor einer Woche noch um 22 Uhr unser Gesicht in die Abendsonne gereckt haben, so ist es mittlerweile 21:30 Uhr absolut dunkel.

Im Anschluss an unsere Mini-Wanderung ging es weiter nach Anchorage. Wir fuhren zu unserem Campingplatz (Ship Creek RV Park – 45$/Nacht) , auf dem wir heute die Nacht verbringen würden – kostenlose Stellplätze gibt es hier leider nicht – und reservierten uns bei dem freundlichen Paar, welches den Campingplatz betreibt, unseren Platz. Im Anschluss ging es zur Ulu Factory. Einer kleinen Manufaktur, wo die seit über tausend Jahren gebräuchlichen Ulu Messer hergestellt werden. Diese sind verbreitet bei den Natives, welche auch heute noch damit arbeiten und es zum Kochen oder der Lachsverarbeitung benutzen. Im Anschluss gingen wir noch am Ship Creek etwas spazieren, einer Mündung, wo vor einigen Wochen die Lachse entlang schwammen. Jetzt sieht man nur noch ab und zu einen Vogel, der an einem angespülten Kadaver rumpickt.

Danach ging es zurück zum Campingplatz, wo wir das dortige WLAN für die Arbeit und Uni nutzten, Wäsche wuschen und einen entspannten, ereignislosen Nachmittag verbrachten. Nachdem das Wetter kurzzeitig besser wurde, ging es dann wieder zum Regen über. Somit gab es auch keinen Drang draußen etwas zu unternehmen. Durch die Nähe zur Stadt gönnten wir uns nicht nur zwangsweise den Campingplatz, sondern gönnten es uns auch zum ersten Mal auswärts zu essen. Etwas Abwechslung zu Nudeln mit Tomatensauce muss halt auch mal sein. Der Regen verdonnerte uns dann dazu, direkt im Anschluss an das Essen zurück zum Campingplatz zu fahren und ins Bett zu gehen.

Freitag 09.09. Mehr Wildlife als gedacht

Leichter Regen wechselt sich ab mit kleinen Wolkenlücken und etwas Sonnenschein. Es bleibt aber leider überwiegend nass. Wir hatten überlegt eine kleine Fahrradtour durch Anchoridge zu machen, allerdings aufgrund des Wetters und weil uns erzählt wurde, dass es keine allzu sehenswerte oder schöne Stadt ist, den Plan wieder verworfen. Also fuhren wir mit dem Auto los und besuchten die paar sehenswerten Stops. Unter anderem war auf unserer Liste ein Laden, welcher geräucherte Fisch- und Fleischwaren anbietet. Geführt wird der Laden von zwei Deutschen Auswanderern. Alleine die Kostproben waren schon so lecker, dass die Entscheidung schwerfiel, was man kaufen sollte. Hendrik entschied sich für geräucherte Caribou-Würste. Zusätzlich holten wir uns noch Kartoffelknödel, da es weitere deutsche Lebensmittel in dem Laden gab und wir seit einiger Zeit Lust auf eine solche Abwechslung hatten. Im Anschluss fuhren wir zum Earthquake Park. Hier sieht man die Auswirkungen des Erdbebens von 1964, welches mit einer Stärke von 9,2 die Westküste Alaskas erschütterte und zum Teil zerstörte. Dort wo jetzt der Park liegt, war hinter der Abbruchkante einst Land und auch einige Gebäude, die damals komplett zerstört worden sind.

Im Anschluss wollten wir noch eine Wanderung im Süden der Stadt machen, mussten diese allerdings aufgrund des Regens absagen. Also fuhren wir weiter. Immer mit kleinen Stops um die Aussicht zu genießen, ging es in Richtung unseres Campgrounds für die Nacht. An dem einen Aussichtspunkt über die Bucht sah man zwar leider keine Wale, da durch die Ebbe quasi kein Wasser in der Bucht war, dafür sah man an dem Berg hinter uns Tiere. Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob es sich um Bergziegen oder Dall-Schafe handelte. Selbst mit dem Fernglas waren die Tiere noch zu weit weg, um die Unterschiede erkennen zu können.

Am Campground angekommen, einem kleinen Gravelpit direkt an einem See, wurde zunächst im nahegelegenen Fluss versucht einen Fisch an den Haken zu bekommen, leider erfolglos. Im Anschluss wurde dann am See weitergeangelt. Leider setzte immer wieder der Regen ein, wodurch es durchaus zum Teil ungemütlich wurde. Als Hendrik dann einmal von einem anderen Platz die Angel auswarf, kam es mal wieder zum Hänger. Also wird das gemacht, was man so macht in der Situation. Bis auf die Unterhose ausziehen, Schwimmbrille schnappen und im Nieselregen ins kalte Wasser stapfen und dann zum Köder schwimmen. Dieser konnte dann auch leicht befreit werden und es konnte sich wieder warm angezogen werden. Der kurze Schwimmausflug war durchaus erfrischend. Auch war das Angeln selber erfolgreich. Immer wieder bissen die Forellen. Eine davon wurde dann auch für gut befunden und mit dem fast stumpfen Taschenmesser filetiert. Schließlich musste die Forelle irgendwie in die Pfanne passen. Bei dem Wetter wäre ein Garen in Alufolie im Feuer nicht so toll gewesen. Schon bald duftete es nach leckerem gebratenen Fisch, welcher im Anschluss mit dem Geruch von gebratenen Bacon abgelöst wurde. Schließlich gab es ein Festessen, für Hendrik als Vorspeise die Forelle und im Anschluss eine leckere Spaghetti Carbonara. Inzwischen hatte sich unangenehmer Weise eine Familie mit zwei riesigen Campervans ebenfalls niedergelassen. Allerdings nicht dort wo am Rand Platz war, sondern direkt an der Ausfahrt und blockierten somit alles. Wir waren nicht erfreut…

Während wir abwuschen und uns überlegten etwas umzuziehen auf dem Gelände um etwas mehr privaten Raum zu haben, wurde es plötzlich etwas unruhiger draußen. Der Geruch von gebratener Forelle und Bacon hatte einem weiteren Wesen gefallen. Ein Schwarzbär tauchte auf, auf den uns die Familie aufmerksam machte, genau dort, wo wir überlegt hatten hin umzuziehen. Aufregung, Panik, was nun? Der Bär kam langsam schnüffelnd, sehr neugierig auf uns zu. Wir packten ganz schnell all unser Zeug ins Auto und setzten uns dann ebenfalls rein. Safety first. Der Bär kam immer näher und schnüffelte weiter in der Luft. Der Bär schaute uns auch immer wieder im Auto an, wo wir die Fenster runterfuhren um bessere Fotos schießen zu können. Als der Bär auf fünf Meter rangekommen war, versuchten wir es mit der Hupe. Wenig beeindruckt trottete der Bär weiter. Als wir dann sicherheitshalber zumindest den Wagen schonmal starteten erschrak er sich durchaus bei dem Geräusch und lief wieder hinter einen Busch. Allerdings kam er nach wenigen Sekunden wieder auf die Lichtung. Ein Mann der Familie patrollierte mit seinem Hund und versuchte gemeinsam mit diesem Präsenz zu zeigen und den Bären zu verscheuchen. Dieser lief dann nach einer gewissen Zeit auch vom Wasser weg, in Richtung Waldstück, blieb aber weiter in der Nähe. Wir entschieden uns dann doch nochmal aufzubrechen und fuhren zwei Kilometer weiter zu einem anderen schönen See und verbrachten dort unsere Nacht.

Samstag 10.09. der Tunnel zur Küste

Nach einer unspektakulären Nacht machten wir uns ein leckeres Frühstück mit Frühstückswraps. Hierfür brauchten wir auch den verbliebenen Bacon auf, da wir wussten, dass wir eh gleich weiterfahren würden. Zunächst ging es dann zum nahegelegenen Visitor Center am Portage See. Im Hintergrund konnte man den Portage Gletscher sehen. Im Anschluss gab es ein weiteres Highlight, die Fahrt durch einen Tunnel, welcher gleichermaßen für Autos und Züge zugänglich ist. Allerdings einspurig und man fuhr auf den ebenerdigen Schienen. Am Ende des mehrere Kilometer langen Tunnels wartete dann der Ausblick auf Whittier und die umliegenden Berge auf uns.

Wir gingen in dem kleinen, gemütlichen Dorf etwas spazieren. Wir liefen die Küstenlinie entlang, vorbei an den Anglern, die gerade versuchten den ein oder anderen Lachs aus dem Wasser zu ziehen, bis zu einem kleinen Strand. Von dort hatten wir einen tollen Ausblick raus aufs Wasser, mussten beim Laufen aufpassen, dass wir nicht auf Reste von Lachskadavern traten.

Auf dem Rückweg zum Dorf sahen wir dann aus dem Wasser auftauchend einen Seelöwen. Dieser schien ebenfalls an den Lachsen interessiert zu sein. Etwas später konnten wir vom Ufer dann noch einen Otter entdecken. Dieser verzehrte gerade gemütlich einen Fisch, während er auf dem Rücken schwamm. Wir waren begeistert. Auf der Rückfahrt ging es zunächst wieder durch den Tunnel, dann in Richtung Haupt-Highway und dann weiter in Richtung Süden. In einer Baustelle entdeckten wir dann sogar noch eine Elchkuh, welche am Rand der Baustelle stand und sich vom Lärm nicht stören ließ.

Den Abend verbrachten wir auf einem schönen offiziellen Campingplatz, direkt am See. Allerdings mussten wir nichts dafür zahlen, da man nur bis zum 09.09. für den Campingplatz zahlen muss, danach ist er kostenlos. Glück für uns.

Sonntag 11.09. gemütlicher Sonntag dank ungemütlichen Wetters

Und täglich grüßt das Murmeltier, ach ne, es war der Bär… Annelie kam gerade von der Toilette, wollte zu den Picknick-Tischen und ein gemeinsames Frühstück zubereiten, da hielt sie plötzlich inne. Dort, wo wir am Abend zuvor noch ein Lagerfeuer gemacht haben, keine zehn Meter vom Auto entfernt, stand ein großer, wohlgenährter Schwarzbär und graste. Also erstmal nicht frühstücken, sondern den Bären beobachten und zurück ins Auto legen, um auf der sicheren Seite zu sein. Aufregend! Allerdings war man schon deutlich ruhiger als zwei Tage zuvor. Ganz entspannt trottete der Bär weiter durch die Gegend und graste oder fraß von den Büschen. Der Bär sah richtig gehend knuddelig aus. Allerdings hielten wir den Abstand und versuchten nicht unser Glück bezüglich kuscheln. Das gemütliche Frühstück war dann doch eher reduziert zu Toast und Bagel schmieren, kurz frühstücken und dann losfahren. Bei diesem Campingplatz hätten wir tatsächlich nicht gedacht, dass so eine Begegnung zustande kommt.

Wir fuhren im Anschluss bis Soldotna um dort noch etwas Zeit mit Internet und Computern zu verbringen, ehe wir am Nachmittag weiter in Richtung Homer fuhren. Zwischendurch wurden noch die Lebensmittelvorräte, insbesondere Wasservorräte aufgestockt. Nachdem wir am Abend ein schönes Plätzchen direkt mit Meerblick gefunden hatten, fing der Regen leider wieder an. Dieser hörte auch erstmal nicht mehr auf. Dementsprechend hockten wir uns in Regensachen unter die Heckklappe und kochten unter dem Tisch eine richtig leckere, deftige Gulaschsuppe. Diese war wirklich schmackhaft und wir konnten uns so von innen wärmen.

4 Kommentare zu „6. Woche 05.09.-11.09. Denali, Anchorage und Kenai Halbinsel

  1. Das klingt nach Klasse Erlebnissen! Hendrik, noch ganz viel Durchhaltevermögen beim Souvenirshoppen mit Anni, da wirst du sicher noch einige Shops von innen sehen müssen. 😉

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  2. Oma Karin,den Lachs hätte ich auch gern zubereitet.Isst Hendrik den Fisch allein?Mir ist es neu,daß Anni auch Fischeser ist. Weiterhin gute Fahrt und mal ohne Regen.

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