3. Woche 15.08.-21.08. Banff, Jasper & Dawson Creek

Montag 15.08. Glacier NP und Yoho NP

Wir fahren mit gemütlichen 100 km/h über den Highway. Links und Rechts von uns ragen die schroffen Berge in den Himmel. Zu ihren Füßen dichter, dunkelgrüner Nadelwald. Aus der Musikbox kommt nun schon zum vierten Mal das selbe Lied. Vielleicht hätten wir die Playlist ein bisschen voller packen sollen. Aber egal, dafür sind wir mittlerweile textsicher. 😉

Die nächsten Tage werden uns in die schönsten Nationalparks Kanadas bringen. Schon jetzt können wir erahnen, was in den nächsten Tagen vor uns liegt. Montag Mittag erreichen wir unseren ersten Nationalpark auf unserer Route. Den Glacier Nationalpark. Leider war der erste Punkt auf unserer „Sightseeing“-Liste geschlossen auf Grund von Lawinen bzw. Erdrutschgefahr. Mit unserem zweiten Stopp hatten wir mehr Glück. Auf einem kleinen Parkplatz kauften wir uns bei einem Ranger unseren Discovery-Jahres Nationalparkpass und wir liefen los auf eine Mini Wanderung. Uns wurde sehr schnell klar gemacht, dass wir hier die Besucher im Bärenland sind. An einem Infostand war aufgeschrieben welche Bären in den letzten Tagen gesehen wurden. Grizzlys schienen sich in diesem Gebiet scheinbar mehr als wohl zu fühlen. Aber mit Bärenglocke und Bärenspray am Rucksack fühlen wir uns zumindest scheinbar ein bisschen sicherer. Ob das penetrante Geklingel der Bärenglocke den Bären eher verscheucht oder wütend macht, wissen wir nicht so genau. Wir gingen durch den Nadelwald entlang kleiner Pfade, über kleine Lichtungen bis zum „Meeting of the Waters“. Dem Zusammenfluss von zwei Gebirgsflüssen. Nachdem wir ein paar Fotos geschossen hatten, ging es zurück zum Auto und weiter zu den Bear Creek Falls.

Auch hier erreichten wir nach 10-20min unser Wanderziel. Ein hübscher Wasserfall der seinen Nebel durch die Luft sprüht und für eine angenehme Erfrischung sorgt. Blöd nur, dass der Wasserfall am niedrigsten Punkt der Wanderung ist. Oben auf dem Parkplatz angekommen, hätten wir die Erfrischung wesentlich mehr gebraucht. Aber Zum Glück haben wir ja unsere Klimaanlage im Auto.

Weiter ging es also auf den unendlichen, wunderschönen Straßen in Richtung Yoho Nationalpark. Am liebsten würde ich gar nicht mehr aufhören die Berge und Straßen um mich herum zu Fotografieren und zu Filmen. Schon jetzt haben wir über 1000 Fotos und mehrere Gigabyte Filmmaterial auf unseren Handys und Kameras. Die Diashow am Ende unserer Reise wird also eher ein mehrtägiges Filmfestival für euch bei dem ganzen Material.

Im Yoho Nationalpark waren wir dann bei weitem nicht mehr die einzigen Besucher. Die Parkplätze wurden größer und die Wanderwege immer voller. Wir besuchten die Natural Bridge, wo der Wasserfall eine Brücke in den Felsen gefräst hat, den türkis blau schimmernden Emerald Lake und fuhren eine kleine Serpentinenstraße zu einem weiteren großen Wasserfall hinauf. Eigentlich hätten wir hier einen Spiraltunnel sehen sollen, wo die Eisenbahn auf Grund der enormen Steigung in Spiralen den Berg erklimmt. Leider haben wir diesen aber beim besten Willen nicht sehen können. Da der Tag sich langsam seinem Ende zuneigte entschieden wir uns, dass es genug Wasserfälle, Menschenmassen und gigantische Panoramen für den Tag waren und fuhren an den weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei bis zu unserem Zeltplatz.

Wir schlugen also unser Lager auf dem Two Jack Lakeside Campground auf. Für 43$ die Nacht bekamen wir einen Platz an der Einfahrtsstraße des Campingplatzes, mit Toiletten und Waschbecken. Als Dusche musste der nahgelegene See dienen. In den Nationalparks ist Wildcamping leider nicht erlaubt. In Anbetracht der Menschenmassen die hier täglich übernachten wollen, ist dies auch absolut nachzuvollziehen. Ohne eine starke Reglementierung würde das Camping sicher bald unschöne Ausmaße annehmen und der Natur und den Tieren schaden. Wir sind froh, dass das Geld welches durch die Touristen in die Parks gebracht wird sinnvoll genutzt wird. Die Straßen, Parkplätze und Campingplätze sind sauber und aufgeräumt. Parkplätze und Toiletten an Sehenswürdigkeiten sind fast immer kostenlos und perfekt organisiert. Trotz der tausenden Touristen schaffen es die Nationalparks ein friedliches Plätzchen Natur zu bleiben, weshalb wir denken, dass unser Geld hier gut investiert ist.

Dienstag 16.08. Banff Nationalpark

Am Dienstag war es nun an der Zeit den Banff Nationalpark zu erkunden. Wir planen unsere Routen, indem wir alle Tipps die wir erzählt bekommen oder irgendwo lesen in einer Map speichern. Und dann schauen wir einfach in der Region wo wir gerade sind, welche Highlights wir hier anschauen können. So waren für den heutigen Tag besonders viele kleine rosa Herzchen auf unserer Karte zu sehen.

Wir starteten unsere Route am nahgelegenen Lake Minnewanka, welcher von der Morgensonne beschienen, blau zwischen den Bergen glitzerte. Da wir einen vollen Tag vor uns hatten, genossen wir den Anblick nur vom Auto aus und fuhren weiter Richtung Banff. Die kleine süße Stadt mit ihren Holzhäusern und kleinen Shops liegt idyllisch zwischen den Gipfeln der Rockies. Vormittags stand für uns Arbeit und Wäsche waschen an. Nach ein paar produktiven Stunden im Tim Hortons folgte dann der spaßige Teil des Tages.

Wir liefen durch die Stadt bis zum Bow River. Dort ging es einen hübschen Waldweg entlang bis zu den Bow Falls. Auf dem Weg waren alle paar Meter Kunstwerke unterschiedlichster Künstler ausgestellt. Alle hatten thematisch etwas mit der Natur, Kultur und den Tieren des Nationalparks zu tun. Bevor wir weiterfuhren ließen wir uns nicht die Gelegenheit entgehen zu tanken. Da es in Alberta wesentlich geringe Spritsteuern gibt ist das Benzin mit 1.56$/L fast 50ct günstiger als im angrenzenden British Columbia. Für uns ein Traum.

Mit frischer Wäsche und vollem Tank ging es für uns nun weiter Richtung Norden. Vorbei am Vermillion Lake auf den Bow Valley Parkway. Eine kleine Straße parallel zum Highway die sich ganz gemütlich durch den Nadelwald des Nationalparks schlängelt. Wir stoppten am Johnston Canyon, wo wir einen kleinen Spaziergang durch eine Felsenschlucht machten.

Weiter ging es vorbei am Castle Mountain der sich majestätisch in die Höhe erhebt bis kurz vor Lake Louise. Hier war es dann an der Zeit für uns einen Schlafplatz für die Nacht zu finden. Mit dem Protection Mountain Campground fanden wir einen einfachen, gemütlichen Campingplatz ohne viel Schnick Schnack zu einem fairen Preis. Auch hier gab es keine Duschen, aber heißes Wasser. Also füllten wir unsere Campingdusche und genossen eine Dusche in der Abendsonne vor wunderschönem Panorama. Ich glaube so hübsch duschen kann man nicht in den meisten Sternehotels.

Mittwoch 17.08. Jasper Nationalpark

Die beiden ersten Highlights des Tages sollten der Moraine Lake und der Lake Louise werden. Da die Parkplätze alle überfüllt und daher geschlossen waren, fuhren wir hier aber einfach vorbei. Wir waren uns sicher, wir werden definitiv auf unserer Reise noch viele schöne Seen sehen und müssen uns hier nicht in endlose Menschenreihen anstellen um ein Foto zu bekommen. Wer solche Highlights sehen möchte, muss einfach ein bisschen eher aufstehen. Aber wer mich kennt der weiß, dass früh aufstehen ist nicht unbedingt mein (Annelies) Ding ist. 😉

Unser Tageshighlight versteckte sich dafür nur wenige Kilometer weiter am Straßenrand. Zwei kleine Bärchen und eine Mamabär trotteten gemütlich die Böschung empor, bestaunt von aufgeregten Touristen und klickenden Kameras. Unser Bärenbild hat in der ganzen Aufregung nicht wirklich Potential das National Geographics Bild des Jahres zu werden, aber wir hoffen, dass wir nochmal die Chance bekommen werden ein bisschen Wildlife zu fotografieren.

Weiter ging es auf dem Icefield Parkway Richtung Jasper. Wir fuhren vorbei am türkisen Hector Lake und machten einen kurzen Stopp am Bow Lake. Am Pesto Lake parkten wir unser Auto und liefen fast im Gänsemarsch mit all den anderen Touristen zur Aussichtsplattform. Von hier hatte man einen wunderschönen Blick auf den fast vollkommen zurückgegangenen Gletscher und seinen wundervollen Gletschersee. Auf einer Infotafel konnte man sehen welche Ausmaße das Eisfeld des Gletschers vor hundert Jahren gehabt hat. Der direkte Vergleich ist dann doch sehr erschreckend. Ich denke bei allen macht sich ein Gefühl der Bedrückung und vielleicht auch ein wenig Schuldgefühl breit. Und trotzdem gehen wir alle, nachdem wir unsere Fotos für das Fotoalbum geschossen haben, zu unseren Autos zurück und fahren weiter in unseren riesigen Jeeps und Wohnmobilen und pusten Abgase in die Luft… Interessant zu sehen ist, dass die Nationalparks wenigstens versuchen nachhaltiger zu werden und Solar-, und Wasserenergie zu nutzen. In Banff, Jasper und auf vielen Rasthöfen außerhalb der Nationalparks findet man E-Ladesäulen und die Menschen freuen sich, wenn man keine Tüten im Einkaufsladen haben möchte. Vielleicht sind es erste dringend gebrauchte Denkansätze hin zu einem größeren Bewusstsein welche Auswirkungen unser Lebensstil auf unsere Umwelt hat. Die Gletscher werden wir so nur sicherlich nicht retten können.

Wir fuhren also weiter bei 30 Grad und Sonnenschein durch die Berglandschaft. Da an den Hauptattraktionen des Parks dem Icefield Skywalk und Athabasca Gletscher einfach schon wieder viel zu viele Menschenmassen waren, ließen wir diese Stopps links liegen und stoppten erst wieder an den Sunwapta Falls. Ähnlich wie die Athabasca Fälle, welche wir ein wenig später besuchten stürzt hier das Schmelzwasser der Gletscher tosend in die Tiefe und hinterlässt zur Freude der Besucher:innen einen angenehm kühlen, in Regenbogenfarben leuchtenden Wassernebel.

Nachdem wir in Jasper noch ein bisschen gearbeitet haben, ging es raus aus dem Nationalpark auf den Lucerne Campground. Ein kleiner gemütlicher Campingplatz an einem See. Hendrik freundete sich direkt mit dem Ranger an und hielt ein bisschen Small Talk über unsere Reise und unser Auto. Seine Einschätzung zu unserem Gefährt war: „Das fällt eher auseinander weil es verrostet ist, als dass der Motor kaputt geht.“ Wir fühlen uns in unserem Kauf also nochmal bestätigt.

Unser Tag endete mit einem Bad im idyllischen, glasklaren Lucerne See.

Donnerstag 18.08. Fahren, Fahren, Arbeiten

Einem Hörbuch lauschend tuckern wir gemütlich über die endlos langen Straßen. Die Natur verändert sich. Die riesigen Gipfel der Rockies werden im Rückspiegel immer kleiner und vor uns breiten sich riesige Felder und endlose Weiten aus. Wir haben die Nationalparks östlich hinter uns gelassen und sind auf dem Weg in Richtung Norden. Alles um uns herum sieht absolut amerikanisch aus. Die kleinen Farmen mit ihren riesigen Silos und abgerockten Pickups, die unenedlichen Straßen und riesigen Trucks die uns polternd und staubend entgegenkommen.

Die nächsten Tage werden redlich umspannend. Wir müssen einige Kilometer machen und so ist die einzige Abwechslung der Besuch von Prince George, der viertgrößten Stadt von British Columbia. Obwohl ich auf diesen Stopp auch lieber verzichtet hätte. Wir fühlen uns absolut nicht wohl. Am ersten Tim Hortons fahren wir vorbei, weil vor ihm sehr merkwürdige Menschen stehen. Das Stadtbild verbessert sich nicht. Es stinkt überall. Vielleicht haben wir einfach einen schlechten Start mit der Stadt gehabt, aber wir sind froh als wir wieder aus der Stadt raus sind.

Unsere Nacht verbringen wir am Davie Lake. Eine kleine Gravel-Straße bringt uns holpernd immer weiter weg vom Highway. Plötzlich eröffnet sich vor uns ein kleiner Rasenplatz mit Picknickbänken, Feuerstellen und einigen anderen Campern. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass wir am Ende der 6km langen Straße so etwas vorfinden würden, sind aber begeistert von unserem Platz für die Nacht. Hier bleiben wir bevor es am Freitag dann weiter den Highway 97 Richtung Dawson Creek geht. Wir konnten auch endlich mal ein Feuer machen, da die Waldbrandstufe hier geringer ist, als an den Orten wo wir bisher waren.

Freitag 19.08. Fahren, Arbeiten, Angeln, Genießen

Die Reise in Richtung Dawson Creek ging weiter. Nach einem wunderschönen Morgen, packten wir alles wieder zusammen und es hieß wiedereinmal: „On the road again“. Wir hatten uns vorgenommen einen ausgeglichenen Tag zu haben. So fuhren wir aber durchaus erstmal wieder los. Immer weiter den Highway 97 entlang, in einer ganz anderen Landschaft, als noch zu Beginn der Woche. Immer wieder spannend, wie sich die Szenerie so ändert über die Fahrt hinweg. Wir lauschten unserem Hörbuch und fuhren durch die Ebene, die endlos langen Straßen entlang. Plötzlich hatten wir wieder Netz und somit Internet und aus der Box erschien mal wieder: „Sie sind wieder online. Sie befinden sich immer noch auf der schnellsten Route“… Ja nun, es ist eigentlich auch die einzig mögliche Route zu dem heutigen Ziel. Doch mit dem Internet kommen manchmal auch negative Überraschungen. Annelies Kreditkarte wies merkwürdige Transaktionen auf, die zum Glück bemerkt wurden, wodurch diese jetzt allerdings gesperrt wurde. Nunja, eine weitere Herausforderung. Nach dem Telefonat mit der Bank wurde klar, dass kein Geld verloren war, allerdings die Karte gesperrt ist und sie in wenigen Tagen eine neue Karte bekommt… Allerdings zu ihrem Wohnsitz nach Berlin. Nunja, kann man erstmal nichts machen und wir fuhren weiter bis nach Chetwynd. Ein kleiner süßer Ort mit hunderten menschengroßen Holzfiguren, die bei den jährlich stattfindenden Chainsaw Carving Meisterschaften geschaffen werden. Doch unser Hauptziel hier: Tim Hortons. Der perfekte Ort, um sich mit dem Internet zu verbinden und zwei, drei Stunden arbeiten zu können. Wir nutzten diese Zeit auch, um zu recherchieren, welche der verbliebenen Karten uns dann zunächst die besten Konditionen bietet.

Nach der Arbeit, gab es noch einen kleinen Abstecher im lokalen Sportladen, um die Angelausrüstung für wenige Dollar zu vervollständigen, damit ich mit dem Equipment auch zufrieden bin. Im Anschluss ging es nur noch eine Viertelstunde weiter bis zu unserem Schlafplatz. Wir fanden einen Stellplatz direkt an einem Hang, der zu einem schönen Fluss führte. Wir hatten einen tollen Überblick. Da es erst früher Nachmittag war und dementsprechend die Sonne weiter auf uns schien, nutzten wir den Fluß und die nahegelegenen Stein-und Kiesabschnitte, um das kühle Nass zu genießen. Der Fluß hatte die perfekte Strömungsgeschwindigkeit, um beim Schwimmen auf der Stelle zu bleiben, wenn man gegen die Strömung schwamm. Dann kribbelte es irgedwann in den Fingern und ich ging zurück zum Auto um eine Angel zu präparieren. Ich suchte mir einen der neuen Forellenköder aus, um mein Glück zu versuchen und ging dann runter zum Fluß. Links von mir sah ich etwas springen und warf das erste Mal die Angel aus. Direkt war eine schöne Regenbogenforelle am Haken. Der neue Köder funktionierte.

Diese habe ich dann verarbeitet und für das Abendessen fertig gemacht. Während Annelie die Bratkartoffeln kochte, warf ich nochmal die Angel aus und fing tatsächlich noch eine Stierforelle, die sogar nochmal deutlich größer war als die erste Forelle. Da ich meine Mahlzeit aber schon gefangen hatte, wurde der Fisch wieder freigelassen. Kurz bevor wir dann mit dem Abendessen anfingen, sahen wir dann noch den ersten Biber durch den Fluß schwimmen. Im Anschluss gab es mal wieder eine Dusche aus unserer Campingdusche, ehe es dunkel wurde und wir uns in die Schlafsäcke kuschelten. Es war mal wieder ein wundervoller Tag.

Samstag 20.08. Alaskan Highway – Mile 0

Während die ersten Sonnenstrahlen das Flussbett beleuchteten, wurden wir langsam wach. Was macht man an so einem schönen Morgen? Richtig, vor dem Frühstück erstmal die Angel auswerfen. Einfach um mal zu schauen ob was beißt… Und siehe da, auch am Morgen war ein Fisch hungrig. Dritter Fisch, dritte Art. Diesmal war es ein Bergfelchen von der gleichen Größe wie die gestrige Stierforelle. Auch dieser Fisch wurde nach einem Foto wieder freigelassen. Im Anschluss gab es Frühstück und dann stand auch schon der Friseurtermin an. Also wurde sich brav hingesetzt und die Haarschneidemaschine angeschmissen. Mit neuem Haarschnitt wurde dann zusammengepackt und der Wagen wieder angeschmissen.

Wir fuhren die flache, maximal leicht hügelige Gegend entlang. Viele Felder, wenig Menschen und viel Geradeaus. Es war einfach nur genießen und vor sich hin fahren angesagt. Dann der Blick auf den Tacho: Die 2.000km Marke mit dem Auto wurde geknackt. Innerhalb ziemlich genau einer Woche sind wir 2.000km weit gefahren.

Nach einem kurzen Tankstopp im Nirgendwo, ging es weiter nach Dawson Creek. Zum Alaskan Highway Mile 0 Punkt. Ab hier startet der Alaskan Highway und auch wir fahren ab hier gen Norden weiter. Doch erstmal noch eine kleine Internetpause für Mails, Blog, Uni und Arbeit. Danach ging es wieder auf die Straße und wir fahren weiter, weiter gen Alaska, mit heutigem Ziel Fort St. John.

Immer den Highway weiter entlang. Nachdem wir einem Weg des alten Highways folgen wollten, um auf einer alten Holzbrücke einen Fluss überqueren wollten, mussten wir feststellen, dass diese Überfahrt leider gesperrt war. Wir fuhren somit nur bis an die Brücke ran, stiegen kurz aus und begutachteten das tolle Bauwerk.

Mit geschmierter Stulle setzten wir dann unseren Weg weiter fort, fuhren zurück zum aktuellen Alaskan Highway und weiter nach Norden. Am Inga Lake schlugen wir unser Nachtlager auf. Eine schöne kostenlose Campingmöglichkeit mit kleinem Steg und Seeblick. Natürlich durfte bei dieser Möglichkeit das Angeln nicht fehlen. Schließlich stand Reis auf der Speisekarte und was passt dazu perfekt? Korrekt, Fisch. Während Annelie las, warf ich die Angel vom Steg aus. Plötzlich zuckte es und die Angelrute war krumm. Das Anglerglück war auch weiterhin auf unserer Seite. Nachdem ich eine Forelle an Land gezogen hatte, war kurze Zeit später eine zweite am Haken und wurden direkt in Alufolie gehüllt im brennenden Feuer gegart. Sehr lecker in der Kombination mit dem Reis und dem gedünsteten Brokkoli in indischer Butter-Chicken Sauce.

Sonntag 21.08. Weiter gen Norden

Nach einem leckeren Frühstück, diesmal mit Pancakes und Ahornsirup, packten wir unsere Sachen und fuhren weiter. Die Landschaft war weiterhin etwas flacher, als noch wenige Tage zuvor in den Rocky Mountains. Trotzdem war sie durchaus abwechslungsreich und schön anzusehen. Das Fahren auf dem langgestreckten, gut asphaltierten Highway macht weiterhin durchaus Spaß. Ein weiterer Faktor, der das Fahren angenehm macht, es ist wenig los. Wenige Autos und Trucks, kaum Drängler und breite Straßen. Selbst als Fahrer kann man es sich erlauben, ab und zu auch mal die Landschaft links und rechts zu bewundern.

Die Zeit, bis wir Fort Nelson erreichten, verging, begleitet von Musik und Hörbüchern, tatsächlich recht schnell. In Fort Nelson angekommen, musste natürlich erstmal unser durstiges Auto befüllt werden, ehe wir uns dann einem kleinen Museum dort widmeten. Dem Fort Nelson Herritage Museum. Eine urige und witzige Ansammlungen von tausenden kleinen und großen Artefakten der Geschichte und Region um uns herum. Es war ein Sammelsurium, welches nicht unbedingt zusammenpasste, aber dadurch irgendwie doch.

Im Anschluss fuhren wir weiter zu einem kleinen See, wo wir einen tollen Stellplatz ergatterten. Direkt am Ende einer Straße, wobei die letzten vierzig Meter bereits komplett vom See umschlossen waren. Ob wir hier stehen durften, wussten wir nicht. Wir taten es einfach. Wir genossen die Flasche Cider, die wir von Rebecca auf Bowen Island bekommen hatten und ließen die Sonne unser Gesicht wärmen. Wir haben weiterhin bestes Wetter und können uns eher über zu hohe als zu tiefe Temperaturen „beschweren“. Eine wundervolle Reisewoche geht mit einem tollen Sonnenuntergang zu Ende.

3 Kommentare zu „3. Woche 15.08.-21.08. Banff, Jasper & Dawson Creek

  1. Hallo, euer Reiseblock ist super. Durch eure Erzählungen und Bilder, habe ich das Gefühl dabei zu sein. Danke für die wundervollen Einblicke. Wünsche euch weiterhin eine wundervolle Zeit und unbeschwerte Reise.

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