1. Woche 3.-7.08. – Vancouver

Die Anreise

Autor: Hendrik
Nachdem am 27.07. bei der Lufthansa noch gestreikt wurde und es in letzter Zeit häufig zu Flugstornierungen gekommen war, hofften wir, dass wir am 03.08. ohne Probleme fliegen würden. Da es ebenfalls oft zu Gepäckchaos an den deutschen Flughäfen gekommen war, hatten wir zusätzliche Sorge, dass unser aufgegebenes Gepäck nicht mit uns zusammen nach Vancouver kommen würde. Aber wir wollten ja optimistisch bleiben und so checkten wir zwei Tage im Voraus online ein. Schonmal ein gutes Zeichen. Früh um 4:45Uhr klingelte dann unser Wecker. Es wurde Zeit für das große Abenteuer. Nach einem kurzen Frühstück wurden wir dann auch schon netterweise von meiner Mama abgeholt und zum Bahnhof Berlin Gesundbrunnen gefahren, um von dort den FEX zum Flughafen BER zu nehmen.

Ganz gemütlich, ohne Zeitdruck lief der erste Teil schonmal ohne Probleme ab. Wir kamen am Flughafen an und konnten problemlos unser Gepäck aufgeben. Es ging zur Sicherheitskontrolle. Es kommt, wie es kommen musste, ich werde herausgezogen und mein Handgepäcksrucksack wird nochmal gefilzt. Was passiert, wenn man den Rucksack auch zu Radrennen und Triathlon Wettkämpfen mitnimmt? Korrekt, Werkzeug versteckt sich irgendwo, wo man scheinbar nicht gründlich genug geschaut hat. So musste leider ein schöner Kreuzschlitzschraubenzieher der Bundespolizei, bzw. der Security gespendet werden, doch so wurden wir dann weitergelassen. Sowohl das Boarding, als auch der Flug nach Frankfurt verliefen dann ohne Probleme und recht angenehm. In Frankfurt angekommen, ging es dann zu unserem Gate, ehe wir dann dort erfuhren, dass sich unser Gate inzwischen geändert hatte. Wir hatten ja zum Glück Zeit. Mit leichter Verspätung hob dann auch unser zweiter Flieger in Richtung Vancouver ab. Auch dieser Flug verlief ziemlich entspannt und relativ schnell.

Die Verspätung wurde aufgeholt und so landeten wir ziemlich pünktlich in Vancouver. Dort ging es dann zur Einreisekontrolle und auf das, was da kam, waren wir nicht vorbereitet, beziehungsweise das hatten wir von den USA, nicht aber von Kanada erwartet. Eine Frage nach der anderen wurde uns zu unserer Reise gestellt, und da man sich nie so richtig sicher war, was die gerne hören wollten, kam man allmählich ins Schwitzen. Insbesondere, nachdem man von dem Ersten, eine Schlange weiter zum nächsten Beamten nochmal geschickt wurde, um nochmal ausgefragt zu werden. Doch nach dutzenden kritischen Fragen, wurden ganz plötzlich unsere Reisepässe zugeklappt und es hieß: „Alright, proceed that way, have fun.“ Da waren wir dann endlich, endlich wirklich in Kanada eingereist und es fehlte nur noch das Gepäck. Dieses war zum Glück mitgereist und so konnten wir dann den Weg in Richtung Downtown Vancouver antreten.

Mit dem Skytrain ging es in die Innenstadt, wo wir dann von Kristy abgeholt wurden und zu deren Zuhause nach North Vancouver gefahren wurden. Erschöpft, aber glücklich, kamen wir bei ihnen an und bezogen erstmal unser Zimmer. Die Aussicht vom Balkon des Zimmers… Unglaublich schön! Nachdem wir uns frisch gemacht haben, haben wir noch gemeinsam sehr lecker gegessen, viel gequatscht und dann sind wir sehr glücklich ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen.

Der erste Tag.

Wenn man von den ersten Sonnenstrahlen, die durch das Fenster scheinen, während eine leichte Brise frischer Luft durch das Zimmer weht, geweckt wird und als Erstes so eine wunderschöne Aussicht hat, kann man nur gut gelaunt aufstehen. Wir wollten erstmal generell ankommen und dementsprechend wenig wollten wir unsere ersten Tage durchplanen.

Das Frühstück wurde in der Sonne auf der Terrasse genossen.
Da die beiden so abgelegen wohnen, ist der nächste Bus einen hügeligen fünfzig Minuten Marsch entfernt, wodurch wir darauf angewiesen sind, von Kristy zumindest zum Bus gefahren zu werden. Da sie selber an dem Tag in die Innenstadt musste, ergriffen wir die Chance und ließen uns mitnehmen, um Vancouver zu erkunden. Mit Kamera gewappnet liefen wir kreuz und quer durch Downtown Vancouver. Beginnend in Gastown, vorbei an der Steamclock, ging es weiter zum Canada Place, ehe wir am Wasser entlang in Richtung Stanley Park liefen. Im Anschluss wieder zurück in Richtung Zentrum und vorbei an der Art Gallery und weiteren Sehenswürdigkeiten. Für mich war es schön wieder hier zu sein und für Annelie war es schön, die Stadt kennenzulernen. Wir bummelten weiter und stärkten uns letztlich mit einer leckeren Portion Poutine, dem kanadischen Nationalgericht.

Am Nachmittag ging es dann mit dem Bus zurück nach North Vancouver, wo wir dann Kristy trafen und mit ihr zurück zum Haus fuhren. Im Anschluss ging es dann mit den Kajaks aufs Wasser und wir konnten die wunderschöne Aussicht nochmal von einer anderen Perspektive aus betrachten. Es war wunderschön und eine sehr angenehme kleine sportliche Einheit.
Am Abend hat Kristy wieder unglaublich lecker für uns gekocht und wir haben den Tag gemütlich auf der Terrasse mit einem Bier oder Glas Wein und tollen Gesprächen ausklingen lassen. Der Ausblick, auch bei Nacht, bzw. in der Dämmerung, trägt sein Übriges dazu bei, dass es einfach schön ist. Da wir am kommenden Tag viel vorhaben, sind wir auch nicht zu spät ins Bett gegangen.



Die Suche nach unserem fahrbaren Untersatz

Bei der ständigen Suche nach geeigneten Fahrzeugen, die uns die kommenden drei Monate gemütlich und vor allem sicher durch Nordamerika bringen können, hatten wir viele interessante Objekte gefunden und mit drei Verkäufern für den Freitag Termine ausgemacht. Neben zwei umgebauten Ford Vans gab es noch einen Toyota mit Allradantrieb. Zunächst trafen wir uns auf einem Parkplatz mit zwei Jungs, die gerade drei Monate die komplette Westküste Nordamerikas mit dem Fahrzeug abgefahren sind. Wie sich relativ schnell herausstellte, kommen die beiden Brüder aus der Nähe von München, waren also auch Deutsche, was manches Gespräch nochmal erleichterte.

Wir schauten uns deren Auto an und stellten die Fragen, die wir uns vorher aufgeschrieben hatten. Sie erzählten uns, was wann gemacht wurde, wie gewisse Sachen verbessert wurden und auch, was dieses Auto schon gemeistert hat. Wir machten eine Testfahrt den nahegelegenen Berg hinauf und testeten diverse Sachen. Der Wagen kommt mit einigem Camping-Equipment, wovon die Jungs vieles relativ neu gekauft hatten. Nachdem wir uns alles angeschaut und getestet hatten, haben wir uns von ihnen verabschiedet und sind zum Bus gegangen, um zur zweiten Besichtigung zu fahren. An der Bushaltestelle fiel mir auf, dass ich aus Versehen deren Autoschlüssel eingesteckt hatte, also bin ich nochmal schnell zurückgerannt und habe diesen zurückgegeben. Dann ging es zurück zur Bushaltestelle und weiter ging die Fahrt.

Wir hatten noch zwei weitere Termine, quer über die Bezirke Vancouvers verteilt, vor uns. In Downtown Vancouver angekommen, wollten wir gerade unsere Tagespässe für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen, da erhielten wir zufällig durch Nachfrage die Information, dass das zweite Fahrzeug, ein umgebauter Ford E250, bereits verkauft wurde. Dadurch lichtete sich der eng getaktete Terminplan etwas und wir hatten Zeit, um uns in einem Café nochmal über unsere Eindrücke und Einschätzungen auszutauschen. Wir diskutierten über die Vor- und Nachteile des Toyota 4Runners im Vergleich auch zu möglichen Vans. Der geringere Schlafplatz und Stauraum im 4Runner, allerdings die höhere Flexibilität bezüglich der Straßenverhältnisse, und und und.

Dann sprachen wir es irgendwann aus, was jedem von uns durch den Kopf ging: „Der Toyota 4Runner wird für uns die richtige Wahl sein“. Wir sagten den letzten Termin ab, auf den Bildern zwar ein wunderschönes Fahrzeug, allerdings von 1989 und sicherlich nicht auf allen Straßen so tauglich, wie das Auto mit Allradantrieb. Zusätzlich gaben wir den Verkäufern vom ersten Fahrzeug Bescheid, dass wir es gerne kaufen würden. Wir trafen uns somit erneut mit ihnen am Nachmittag, im Garten eines älteren Ehepaars, welches die beiden Jungs vor ihrer Abreise kennengelernt hatten. Dort klärten wir die Formalitäten und den weiteren Ablauf und im Anschluss versanken wir in Gesprächen über mögliche Reiseziele in Alaska, deren Erlebnisse, weitere Reiseideen und viele weitere interessante Themen. Wir haben uns wirklich gut mit beiden verstanden und haben dementsprechend auch ein gutes Gefühl mit dem Auto. Mit Insidertipps gewappnet und guter Laune, liefen wir im Anschluss zu einer kleinen Brauerei, wo wir Neil und Kristy, sowie zwei ihrer Freunde trafen. Alle freuten sich über den Ausgang unserer Suche und wir zelebrierten das mit lokalem Bier und Wein, sowie leckeren HotDogs.

Der entspannte Samstag

Der Samstag begann wie die vergangenen Tage. Während man im Bett liegend langsam wach wird, hört man das sanfte Wellenrauschen und aus der Ferne regelmäßig ein lautes Platschen aufs Wasser. Die Robben, die im Wasser vor dem Haus leben, peitschen immer wieder ihre Schwanzflosse auf die Wasseroberfläche. Sobald wir dann aufgestanden sind, haben wir die erste halbe Stunde bis Stunde genutzt, um uns mit unseren Computern auf den Balkon zu setzen. Mit Sonnenstrahlen auf der Haut und einer frischen Brise in der Nase, konnten wir so direkt die ersten Sachen für die Uni oder die Arbeit erledigen. Im Anschluss haben wir uns dann unten unser Frühstück zubereitet und weiter die Aussicht genossen. Der Samstag wurde ganz gemütlich angegangen. So haben wir einiges an Arbeit, Uni und beim Blog geschafft. Da das Wetter mal wieder astrein war, sind wir regelmäßig vom Steg ins kühle Nass gesprungen, um uns abzukühlen. Gegen Nachmittag, haben wir dann noch eine schöne und etwas längere Kajak-Tour unternommen. Highlight hierbei war die Robbe, die drei Meter neben dem Kajak auftauchte. Im Anschluss wurden haben wir uns wieder gemütlich mit Neil und Kristy auf die Terrasse gesetzt und bei Wein und Bier den Abend ausklingen lassen. Kristy hat uns erneut äußerst lecker kulinarisch verwöhnt.

Bootstour bei bestem Wetter

Neben einem Segelboot, welches direkt am hauseigenen Steg liegt, haben Neil und Kristy neuerdings noch ein Motorboot, einen Trawler. Den Sonntag wollten wir ab Mittag auf dem Mootorboot verbringen. Nachdem wir den Morgen mit Frühstück, Uni und Baden gehen verbracht hatten, beluden wir den Trawler mit Snacks und Getränken und machten das Boot startklar. Wir legten ab und schipperten langsam und gemütlich weiter den Indian Arm hinauf. Während uns die Sonne die Haut bräunte, fuhren wir an der schönen Küstenlinie entlang. Auf dem oberen Deck hatten wir einen wundervollen Ausblick, und da Kristy und Neil einen Kühlschrank dort oben hingestellt hatten, auch stets ein kühles Getränk in der Hand. Nach gut anderthalb bis zwei Stunden legten wir an einem Steg von deren Yachtclub an und machten dort Pause.

Wir gingen etwas spazieren und sprangen mehrmals ins kühle Wasser. Auf dem Steg gab es dann noch Sushi und Sandwitchs, die Kristy mitgebracht hatte. Es ging uns also äußerst gut. Wir genießen noch die Sonne und entschieden uns langsam zurückfahren zu wollen. Neil startete den Motor und dann die Erkentnis, er ließ sich nicht mehr starten. Also den Generator angeschmissen, um die möglicherweise leere Batterie zu laden. Doch nach weniger als zwei Minuten, stotterte der Generator kurz und gab dann ebenfalls keinen Ton mehr von sich. Fünfzehn Minuten lang versuchte Neil immer wieder den Motor und Generator zum Starten zu bekommen, allerdings ohne Erfolg. Ganz unerwartet sprang der Motor dann plötzlich doch wieder an. Neil vermutete, dass der Gashebel im oberen Führerstand nicht komplett auf neutral stand, aber so ganz wissen wir nicht, warum das passiert war. Wir waren jedeoch froh, dass das Boot wieder fuhr und so fuhren wir diesmal die andere Küstenseite entlang, zurück zu deren Haus. Den Abend verbrachten wir wieder bei angenehmen Temperaturen auf der Terrasse mit dem Blick auf das Wasser. Ein wirklich gelungener Tag und wirklich schöne erste Tage.

3 Kommentare zu „1. Woche 3.-7.08. – Vancouver

  1. Wir freuen uns für euch, dass ihr so tolle Sachen erleben könnt. Genießt es in vollen Zügen. Wir wünschen euch noch viele wunderschöne Erlebnisse.

    Like

  2. Ich genieße es Eure Berichte zu lesen und fühle mich dabei, als ob ich es selbst miterlebe. Weiterhin ganz viel Spaß und tolle Erlebnisse. Liebe Grüße von Eka

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu Eka Antwort abbrechen