Hüttentour 2019

Tipps & Wissenswertes zur Tour

Die Wegbeschreibung findet ihr hier
Infos rund um die Gruttenhütte findet ihr hier
-> Zweibett-Mehrbettzimmer, Lagerplätze 23-35€ p.P.*
-> Halbpension inkl. 3 Gänge Abendessen und Frühstück (32,50€*)
Die Pension Maier findet ihr hier
Wir hatten ein Dreibettzimmer inkl. Frühstück für 36€*.

*Daten gelten für unsere Reise 2019

Tag 1: Ein regnerischer Start

Es ist der 6. August, morgens um 10 Uhr auf dem Parkplatz des Wandershuttles in Going. Es regnet und regnet und regnet. Die Berge sind mit grauen, schweren Wolken behangen. Ein wenig trübt dieses Wetter unsere Motivation, doch wir versuchen optimistisch zu bleiben. Mit einem kleinen Wanderbus geht es umsonst direkt bis zum Beginn unseres Wanderweges.

Nun heißt es erst einmal die nächsten Stunden bergauf laufen und möglichst nicht auf dem schlammigen Weg hinfallen. Nach wenigen Minuten beginnen wir bereits die dicken Jacken auszuziehen, da uns trotz Dauerregen, dank der Anstrengung schnell warm wird. Wir durchlaufen ein kleines Waldstück und kommen auf einer saftig, grünen Alm an. Im Hintergrund klingeln ein paar Kuhglocken, der Duft der Luft hat sich verändert und weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Schon jetzt wissen wir, dass sich dieser Aufstieg gelohnt hat.

So langsam verschwindet auch der Regen und wir können das Alpenpanorama, welches sich vor uns erhebt, erahnen. Unser erstes Ziel ist die Obere Regalm auf 1313m Höhe. Wenn man auf sie herab blickt, so wartet man eigentlich nur darauf, dass in jedem Moment Heidi über die Wiesen springt und Peter seine Ziegen die Berge hinauf scheucht. Mit jedem anstrengenden Höhenmeter, den wir zurücklegen, belohnt uns der Wettergott mit einem kleinen Stückchen blauen Himmel, so dass wir kurz vorm Mittag sogar ein kleines Sonnenbad nehmen können. Auf dem Baumgartnerkopf in 1554m Höhe erreichen wir unser erstes Etappenziel. Hier oben befindet sich auch das Bergsteigergrab von Much Wieser. Er setzte sich zu seinen Lebzeiten sehr für das Bergsteigen ein und installierte auf den Gipfeln des Wilden Kaisers jede Menge Gipfelbücher. Da es hier oben aber relativ frisch ist, schnappen wir uns unseren Rucksack und machen uns auf zur Gaudeamushütte.

Immer leicht abwärts laufend, können wir bald schon unser Ziel hören. Ein alteingesessener Männerchor hat sich auf der Hütte getroffen und schmettert nun Bergsteigerlied, nach Bergsteigerlied. Das Echo in den Bergen ist so gigantisch, dass wir meinen wir würden an dem mehrere hundert Meter entfernten Tisch sitzen. Unser Mittag verspeisen wir nicht auf der Hütte, sondern ein bisschen abseits der Menschenmassen auf einem sonnigen Plätzchen. Wir haben für die drei Tage Wanderung ungefähr Essen für 3 Wochen mitgenommen, weshalb es uns an nichts fehlt. Mit einem sehr schönen Blick auf die Berge genießen wir unser Würstchen, bevor es gut gestärkt weiter in Richtung Gruttenhütte geht.

Leider sind wir nicht so gut ausgerüstet, weshalb wir uns gegen den Originalweg über den Steig des Klammls entscheiden. Wir wandern also unterhalb des Klettersteiges weiter. Langsam merkt man den ersten Tag deutlich in den Knochen. Wir alle hoffen, dass wir uns bald in der Hütte ausruhen können. Doch vorher müssen wir nochmal einen sehr steilen und anstrengenden Aufstieg hinter uns bringen. Bei blauem Himmel und Sonnenschein erreichen wir schließlich am Nachmittag die Gruttenhütte. Eine wirklich sehr schöne und moderne Hütte an einem wunderschönen Fleckchen Erde.

Da die Hütte auf gut 1600m liegt, ist eine einfache, heiße Dusche ein wertvolles Gut, weshalb wir heute unsere Badroutine in Rekordzeit abspulen müssen. Mit einem leckeren Getränk in der Hand genießen wir den Ausblick und ruhen unsere müden Füße aus. Das leckere Abendessen gibt uns Kraft für den nächsten Tag. Völlig müde, aber sehr glücklich fallen wir in unseren Hüttenschlafsack und träumen von den grünen Wiesen.

Tag 2: Gruttenhütte-Hintersteiner See

Unser zweiter Tag startet mit einem leckeren und ausgewogenen Frückstück auf der Hütte. Wir haben uns in der Nacht gut erholt und starten mit guter Laune in Richtung des Hintersteiner Sees. Auf dem Geröllfeld vor uns sehen wir den ersten Schnee und lassen uns einen Abstecher zu ihm nicht nehmen.

Auf einem ausgetretenen Pfad abseits der Geröllstraße, kommen wir dem Schneefeld immer näher. Auf halber Strecke begegnet uns ein Jäger, welcher einen toten Steinbock hinter sich her schleift. Wahrscheinlich war dieser verletzt und musste von seinem Leid befreit werden… Am Schneefeld angekommen veranstalten wir eine kleine Mini-Schneeballschlacht und beschließen noch zu den größeren Schneefelder ein Stück bergauf zu kraxeln. Unser Rodelversuch scheitert leider kläglich, da das Schneefeld eher ein Stein-Eisfeld ist. Trotzdem haben wir eine Menge Spaß und einen tollen Ausblick auf das Tal.

Wir werden uns von hier oben mal wieder bewusst, was für ein kleiner Teil von einem so riesengroßen Ganzen wir doch sind. Hier oben fühlt man sich in dieser unendlichen Weite so bedeutungslos. Auf der einen Seite macht es einem ziemliche Angst, da man merkt wie machtlos man als einzelner kleiner Mensch in der Natur ist, auf der anderen Seite zeigen einem die Berge eine unendliche Freiheit und Leichtigkeit.Auf einigen Felsen können wir eine rote Markierung ausfindig machen, weshalb wir daraus schlussfolgern, dass dort ein Weg weiterführt.

Nachdem dieser „Weg“ uns immer weiter bergauf führt, wir aber eigentlich um den Berg herum laufen wollen, müssen wir uns unseren eigenen Weg durch das Geröllfeld bahnen. Ohne größere Stürze und Blessuren gelangenen wir nach einem waghalsigen Abstieg wieder auf den Fahrweg. Bis hier hin war der eigentlich langweilige Originalweg ein wirkliches Abenteuer für uns.

Unser Weg führt uns immer unterhalb des Gipfels über angenehme Wege bis hin zur Kaiser-Hochalm. Hier könnte man meinen man befindet sich in einem Alpenpanoramafilm. Um uns herum grasen die Kühe auf saftig grünen Wiesen und wir ruhen uns am Wasserbrunnen von unserer geschafften ersten Etappe aus. Es dauert nicht lange bis sich Hendrik mit einer jungen Dame anfeundet. Sie scheint ihn wirklich sehr gern zu haben und weicht ihm gar nicht mehr von der Seite. Als Emma dann aber beginnt ihn abzulecken wird es auch ihm ein bisschen unheimlich. Also schultern wir unsere Rucksäcke und trennen uns von der Kuhherde.

Unser nächster Stopp ist die Steiner Hochalm auf 1257m. Hier serviert der alt eingesessene Hüttenwirt Peter kühle Getränke und verwöhnt seine Gäste mit seinem Harfenspiel. Diese Hütte ist wirklich einzigartig und bleibt uns dank des authentischen Gastgebers sehr in Erinnerung. Da wir noch einen guten Weg vor uns haben, bleiben wir jedoch nicht allzu lang auf der Hütte und folgen unserem Wanderweg immer bergab in Richtung des Sees. Hier wird uns mal wieder bewusst, dass bergab wandern sehr viel anstrengender ist, als man sich das vorstellt. Irgendwann knurrt der Magen und die Beine tun weh, weshalb wir am Wegesrand unser Picknick aufschlagen und eine kleine Pause machen. Vielleicht liegt es an Hendriks Geruch, aber auch hier zieht er die Tiere an. Diesmal macht es sich ein kleiner Schmetterling auf ihm gemütlich und verlässt ihn auch nicht, als wir unsere Wanderung fortsetzen.

Der Schotterweg mündet in eine Asphaltstraße und wir finden uns in Mitten der Zivilisation wieder. Busse und Autos fahren an uns vorbei und wir hoffen dem Ganzen schnell wieder zu entkommen. Unsere letzte Etappe führt uns durch einen kleinen Waldweg auf die andere Seite des Sees. Leider hält das Wetter nicht aus und ein kräftiger Regen ergießt sich über uns. Davon lassen wir uns natürlich nicht die Laune verderben. Der blaue Hintersteiner See glitzert sogar im Regen und lädt uns förmlich zum baden ein. Also Schuhe aus, Zähne zusammenbeißen und ab in das eiskalte, aber super erfrischende Wasser. Auch wenn ein Bad im Sonnenschein angenehmer gewesen wäre, so hat der Regen auch etwas mystisches.

Wir sind sehr froh, dass wir es zu unserer Unterkunft der Pension Maier nicht mehr weit haben. Hier wärmen wir uns in unserem urigen Zimmer auf, genießen eine heiße Dusche und ein leckeres Abendessen. Der Abend klingt als Spieleabend aus und wir freuen uns schon auf den nächsten Tag.

Tag 3: ein wunderschöner Abschluss

Tag 3 verspricht ein Gut-Wetter Tag zu werden. Um 9 Uhr begeben wir uns auf den Forstweg und lassen uns die Morgenluft um die Nase wehen. Schon bald erreichen wir ein kleines Wäldchen, was noch vom Morgennebel verhangen ist. Wir durchqueren es und werden von der Morgensonne überrascht. Die Landschaft zeichnet sich durch ein ungewöhnliches Bild ab.

Es gibt keine schroffen Felsen, sondern runde, grüne Hügel, zwischen denen kleine Holzhütten ihren Platz gefunden haben. Leider ist es für eine Einkehr noch zu früh und so geht es für uns weiter über Stock und Stein immer leicht bergauf. Bald befinden wir uns oberhalb des Hintersteiner Sees. Unsere Wanderung führt uns zurück zur Steiner Hochalm wo wir diesmal unser Mittagessen genießen. Powerriegel, Almdudler und Sonne im Gesicht. Schönere Mittagspausen gibt es wohl kaum. Den anstrengendsten Part des Tages haben wir geschafft und von nun geht es nur noch gemütlich bergab. Wir saugen die frische Bergluft ein, lassen unsere Gedanken wandern und sind ganz bei uns selber.

Ein weiteres Highlight heute ist die Hinterschließlingalm. Hier gibt es nicht nur lecker Eis und einen Wasserspielplatz für die kleinen, sondern auch Hasen und Lamas zum streicheln, füttern und angucken.

Die Rehbachklamm führt uns entlang eines schönen Wasserlaufes Richtung Scheffau. Der Weg ist nach dem letzten Unwetter sehr schön modernisiert wurden und ist auch für Kinder sehr erlebnisreich.

Viel zu schnell kommen wir in Scheffau und damit an dem Endpunkt unserer Wanderung an. Ein Wanderbus bringt uns zurück nach Going. Nun merken wir erst einmal aus dem Tal wie viel Strecke wir in den drei Tagen zurückgelegt haben. Wir blicken zurück auf wunderschöne drei Tage, die uns zwar Kraft gekostet haben, aber uns mindestens doppelt so viel zurückgegeben haben. Wir kommen bald wieder!


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